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Freiluftsaison und William Castle

Die Kinosaison ist hochschwanger und bereit auszuwerfen. Ab mitte Juni ist’s soweit: Freiluft, Filmfest und freakige Cineasten drängen und quengeln um die Aufmerksamkeit des cinephilen Publikums. Wissen, was demnächst wo läuft und warum man es mitnehmen sollte, erfahrt ihr hier.

In München gibt es viele Open-Air Kinos, aber das charmanteste ist mit Sicherheit das Kino, Mond und Sterne- eingebettet in ein Amphitheater und im Westpark. Zum 15. Mal gibt’s hier an der Seebühne vom 10. Juni bis zum 18. August Großes, Massentaugliches und manchmal auch Randgruppiges auf die Augen. All jene, die beim Gedanken an Picknickkörbe, Schlafsäcke und erwartungsfrohe Menschen ein Schauer des Widerwillens die Rückenpartie belastet,  können sich hier Verstärkung holen. Alle anderen: Schonmal Picknickkörbe rauskramen für:

  • 11.06. Willkommen bei den Sch’tis -leider nicht OV
  • 26.06. City of God- keine Angst vor brasilianischen Kindern!
  • 29.6. Burn after Reading – George Clooney sollte Ingenieur werden
  • 02.07. Gran Torino -Eastwood, groß
  • 03.07. Guy Ritchie Double Feature: Bube, Dame, König, GrAs/Snatch
  • 07.07. Fight Club -geht immer/ aktuell
  • 09.07. Milk- CSD Pride mit Sean Penn
  • 29.07. The Wrestler- Mikey Rouke abgewrackt

Das Filmfest München feiert sich und den Film vom 26. Juni bis zum 4. Juli. Highlight: Michael Haneke, der in Cannes für Das weiße Band geehrt wurde mit eben diesem Film. Lowlight: Steven Frears’ Cheri. Tut euch einen Gefallen, verwehrt euch diesem Leinwandprunk. Besser:  High Fidelity in der Retrospektive anschauen. Mehr zum gesamten Programm ab 10. Juni hier.

Absoluter und fast schon krimineller Trash, der vor Kult zu triefen droht kommt an dieser Stelle, bzw. ende Juni. Wer nicht in München ist, muss leider für William Castle wahlweise nach Brüssel oder Paris reisen. Denn, die Kombination aus Kino und Geisterbahn brennt geradezu danach, ausprobiert zu werden! Vom 23.-.26. Juni im Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum bietet sich diese seltene Gelegenheit.

Eine kurze Einführung inklusive pretraumatischer Meditation gibt’s vom Gimmickinstallateur, Bruce Goldstein, persönlich am ersten Vorstellungsabend. Worum geht es also bei William Castle, was macht seine Filme so exzentrisch? Dieser Regisseur fungierte als lebendes Gimmick, um Leute in seine Horrorschmankerl zu locken, wartete er-eingepackt in einen Sarg- vor dem Kino auf potenzielle Besucher, um sie im richtigen Moment mit Adrenalinschocks zu versorgen.

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Auch die Kinosäle wurden mit verschiedensten technischen Gadgets ausgestattet, leichte Elektroschocks  und ähnlich harmlose Irritationen sorgten für Spannung. Hier zeigt Castle, wie man den legendären ghost- viewer zu bedienen hat:

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Während der Vorstellung liefen damals Krankenschwestern durch die Reihen, schließlich sollte das Publikum noch halbwegs lebendig aus der Sache rausgehen, so wurde auch während der Vorführung zugunsten Herzschwacher Horrorfans Verschnaufpause eingelegt, wie hier:

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Seit seinem Tod, 1977, sorgen Verrichtungsgehilfen, wie der New Yorker Bruce Goldstein, für Gimmickinstallation und Schockeffekte.

  • Di, 23.06. 18.30 SCREAM FOR YOUR LIVES! (1999) / BATTLE-AXE (2002) / PSYCHETTE (2002) Einführung: Bruce Goldstein

  • Mi, 24.6. 18.30 ROSEMARY’S BABY – ROSEMARIES BABY (1968)
  • Do, 25.6. 19.00 MR. SARDONICUS – DER UNHEIMLICHE MR. SARDONICUS(1961) / HOUSE ON HAUNTED HILL – DAS HAUS AUF DEMGEISTERHÜGEL (1959) / HOMICIDAL – MÖRDERISCH (1961)
  • Fr, 26.6. 19.00  STRAIT-JACKET – DIE  ZWANGSJACKE (1964)/ THE TINGLER– SCHREI, WENN DER TINGLER KOMIMT (1959) / THE NIGHT WALKER – ER KAM NUR NACHTS (1964)

Auf den Gruselgeschmack gekommen? Hier geht’s zur Hintergrundspeisung!