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Neues von Charlotte Gainsbourg

In Persécution (2009) unter der Regie von Patrice Chéreau, verkörpert Charlotte Gainsbourg die Freundin eines Paranoiden. Wann und ob der Film in Deutschland anläuft, ist aber noch unklar. Hier schonmal der Trailer zum Beschnuppern:

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Bis dahin hören wir, was sie uns mit Time of the Assassins und ihrer dahingehauchten Stimme zu sagen hat- eine feine Optik gibt’s obendrauf:

gesehen bei BOOOOOOM

64. Festival de Cannes

Vom 12. bis zum 23 Mai ist die Croisette mal wieder filmisch vollgepackt, das Festival de Cannes schmeißt zum 63. Mal Filmfutter auf den Präsentierteller, wir riechen mal rein!

Zwar haben Unwetter und gebrochene Filmversprechen (Somewhere von Sofia Coppola ist leider nicht dabei) schon für schlechte Laune gesorgt, weil aber Tim Burton dieses Jahr Jurypräsident ist, besteht noch Hoffnung. Auch sonst sind ein paar große Namen und Filme vertreten.

Außerhalb des Festivals läuft der neue Woody Allen. Wie immer geht’s um Paare, bisschen Sex und viel Gerede.  You will meet a tall dark stranger (2010) zieht erst am 2. Dezember in die deutschen Kinos ein, hier kommt dennoch ein Vorgeschmack:

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Youtube Direktstranger


Möge er besser sein, als Whatever Works!

Seit Damien Odouls L’histoire de Richard O. (2007), bin ich großer Fan von Matthieu Almaric. In seinem Wettbewerbsfilm Tournée (2010) spielt er einen Pariser Produzenten, der seine Zelte in der Heimat abbricht, in den USA eine New Bourlesque Show heranzüchtet, um in Frankreich den erhofften Erfolg zu ernten. Seine Tänzerinnen wollen natürlich nicht nur fleischlich in die Show miteingebunden sein und ansonsten läuft auch nicht alles nach Plan. Ab in den Trailer:

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Youtube Direkttournée


Auch der thailändische Filmemacher Apichatpong Weerasethakul, der für seine eigenwillige Verbindung von Fiktion und Dokumentarfilm bekannt ist, mischt sich mit Uncle Boonmee, Who Can Recall His Past Lives (2010) in den Wettbewerb. Der Film ist Teil des Primitive-Projekts, das 2009 im Münchner Haus der Kunst zu sehen war. Hier kommt der Trailer:

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Youtube Direktreincarnation


Abbas Kiarostami buhlt mit Copie Conforme (Certified Copie, 2010) ebenfalls um die Goldene Palme. Der Film spielt erstmals außerhalb seiner iranischen Heimat und zeigt uns ein Paar in der Toskana. Aber ist das Paar wirklich zusammen? Handelt es sich um eine Affäre, die auf eingebildeter Substanz aufbaut oder um eine Langzeitbeziehung, die sich frischen Wind vorspielt? Hier ein Teaser:

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HFF-Absolvent Christoph Hochhäusler ist mit Unter dir die Stadt (2010) in der Sektion Un Certain Regard nominiert. Darin geht es um die heimliche Beziehung zwischen einem Bankmanager und der Frau eines seiner Angestellten. Machtspiele? Aber sicher! Den Trailer gibt’s hier.

In der Sektion Cannes Classics darf man sich auf Tristana (1970) von Louis Buñuel freuen. Dort spielt Catherine Deneuve ein unschuldiges Waisenkind, das von ihrem Adoptivvater kompromittiert wird und nicht mehr von ihm loskommt. Eine Amour fou vom Enfant Terrible des surrealistschen Films, hier der Trailer:

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Youtube Direkttristana


Diverse Hintergrundinfos gibt’s auf arte.tv

Fashionterrorismus

Ab geht’s mit neuen und wiederentdeckten Filmerzeugnissen!

Schraubt eure P.C.-Latte sachte runter und verabschiedet euch von idealistischen Wertevorstellungen, es wird subversiv!

Drei Jahre lang haben wir auf ihn gewartet und wurden regelmäßig von Filmfetzten aufgestachelt, jetzt kommt Borats alter ego endlich auf die Leinwand. Von Sasha Baron Cohen als österreichische Fashonista Brüno kann man sich ab dem 9. Juli in gleichnahmiger Satire mit Schlagseite bezaubern lassen. Regie führte auch diesmal Larry Charles, der u.a. für die Sitcom Seinfeld mitverantwortlich war. Randgruppen nach vorn, Fremdschämen war selten so genussvoll. Hier der Trailer-for mature audiences only- na dann:

Ein Mann, zwei Dildos und eine ausgeklügelte Choreografie machen Lust auf Restegucken. Der Verleih Universal hat indes weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung von Filmkritiken vor offiziellem Filmstart unternommen. Eventuell ein Hinweis auf einen extrem gehypten, aber desperaten Flop? An öffentlichen Popup-Einlagen wurde nicht gespart. Ich warte jedenfalls gespannt auf die ersten Fashion Victims mit den extrem attraktiven Nacktanzügen in rosé, oder wie die SZ sagt rosafarbener Ganzkörperstrickanzug mit mehr oder weniger expliziten Details, enorm organisch:

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Unter all den virtuell umhergeisterneden Szenen, hier ein spirituelles Highlight:

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Konträr und denkwürdig  geht es weiter mit einem Beitrag vom  Evilfest, Ohren auf es wir nuschlig:

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Dass nett nur eine Euphemisierung von scheiße ist, wussten wir. Und wie nice es hinter den Kulissen von Entertainmentformaten zu geht, sehen wir hier:

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Das lässt einige Fragen in der postbrünalen Hirnspalte aufleuchten:

Wie viele Prozesse wird der 83- minütige Spass entfachen? Schmerzfrei kam Cohen jedenfalls nicht davon: Für seine Rolle ließ sich der Ästhet nicht nur Brust und Beine rasieren, sondern auch die Haare rund um seinen Anus bleichen. Danach ging’s ab ins Krankenhaus und der Gute konnte einige Tage nicht sitzen, von Reue aber keine Spur: I’m bleached and I’m proud.” Ein Spruch, der sitzt.

Wann wird das unentbehrliche Wort Spunk als Germanismus in britische Wörterbücher aufgenommen? Darf sich Österreich auf einen warmen Tourismusschauer freuen?

Und viel wichtiger: Wird die Dildochoreographie ihren Weg in die ästhetisch orientierten Schlafzimmer dieser Welt finden oder in Selbstverteidigungskursen enden?

Ab 9. Jüli wissen wir mehr!

Geburt eines Basterds

Quentin Tarantino hat wieder zugeschlagen,was soviel heißt wie: Ordentliches Gemetzel, hintersinnige Dialoge vermengt mit einigen bekannten Visagen, cinematographischer Rafinesse und viel Filmblut. Was das Enfant Terrible mit dem klangreichen Namen und dem irrsinnigen Blick anfasst, ist meist kultgeschwängert und polarisiert.puppenmörder

Der Plot dürfte bekannt sein, da das neue Baby seit über einem Jahr sehnlichst von Fans angriffslustigen Kritikern erwartet wird. Ze Germans gegen die Inglourious Basterds.

Skalpe fliegen multilingual durch die Filmlandschaft, zum Showdown lädt Tarantino ins Kino ein. Ob seine blutige Hommage an den Film gelungen ist, können wir ab dem 20. August herausfinden. Unterspielt wird das Ganze mit dem üblich souveränen Soundtrack. Hier der Trailer: YouTube Preview Image

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Christoph Walz hat vor einigen Tagen für seine Darstellung des “Judenjägers” Hans Landa eine Palme in Cannes mitgenommen, aber vergesst nicht, woher ihr diese fiese Type mit dem kalten Blick noch kennt: Richtig, Kommissar Rex, wo er 1996 den gemeinen Puppenmörder miemte. Hier das hochwertig inszenierte Video zur Wiederauffrischung.

Schmackhaft geht es weiter: Nicht Brad Pitt, der zwar auch mit Oberlippenhäubchen ansehnlich wirkt, auch nicht der ewig bubige Brühl, nein: Micheal Fassbender wird näher beleuchtet.  Seit  ”Hunger”, wo er als kompromisslose IRA- Häftling im Hungerstreik überzeugte und somit unter der Regie von Steve McQueen im letzten Jahr die Croisette faszinierte, schreit dieser Mann nach Aufmerksamkeit.

Also hört hin! Dieser grandiose und erschütternde Film hat es in Deutschland bislang nicht auf die Leinwand geschafft, eventuell kommt er im November. Falls ihr zuvor drüber stolpern solltet, unbedingt anschauen und emotional aufwühlen lassen.