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Mad Men

Momentan kommt man an ihnen einfach nicht vorbei und allein die Tatsache, dass sie sich allmählich in den Feuilletons breitmachen zeigt, dass sie bei der Masse angekommen sind. Gut so, sage ich. Denn Mad Men verdienen den Hype absolut.

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Der bloginterne Serienalgorythmus sagt:  Wenn The Wire, die Sopranos und Breaking Bad deinen filmgeschmacklichen Speichelfluss anregen, dann könntest du auf Mad Men ähnlich reagieren.

Warum? Ganz einfach: Diese US-Serie rund um die fiktive Werbeagentur Sterling Cooper im Manhattan der 60er Jahre, weckt nach jeder Folge den akuten Drang nach Nachschlag. Vielleicht weil die Werbemänner der Mad(ison) Avenue scheinbar nur aus Whiskey, Nikotin und Testosteron bestehen und ihre spitzbusigen Sekretärinnen als Spaß- und Schreibkraft fungieren. Vielleicht, weil sie nicht wirklich auf der guten Seite sitzen: Schon in der ersten Folge wird Lucky Strike beworben. Vielleicht wegen der geschickten Einbindung politischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Umstände oder einfach aus unerlebter Retronostalgie.

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Sicher auch weil die Hauptfigur Don Draper (Jon Hamm), der Kreative von Sterling Cooper und Personifikation von Konsumklimaindex, bereits in der ersten Staffel so rasant die Karriereleiter hochfällt, dass man ihn mit einer Mischung aus Wehmut und Genugtuung stolpern und stürzen sehen will, wie den Mann im Vorspann.

Oder auch weil die Figuren geheimnisvoll bleiben, und aus ihren anfänglich so bequemen Rollen fallen ohne in die Lächerlichkeit einer Desparate Houswifes- Mystik abzudriften. Besonders aber, weil Gründer Matthew Weiner vielschichtigen Konflikten zwar Brutstätten zuteilt, sie aber zu Gunsten eines entschleunigten Erzählstils nicht (sofort) schlüpfen lässt.

Mad Men ist dramaturgisch ausgefeilt, mit körnigen Charakteren beseelt und gehört der raffinierten Ausarbeitung halber eigentlich auf die große Leinwand. Sexismusvorwürfen wird an dieser Stelle gestrotzt, schließlich befinden wir uns am Vorabend der sexuellen Revolution und wer sowas nicht mit Humor und Reflexionsvermögen sehen kann, sollte lieber Tofu naschen gehen.

Der Rest bleibt schön bei mir und darf gerne ein bauchiges Glas mit Hochprozentigem füllen. Denn PC sucht man in den Büro- und Alltagssituationen noch vergebens, subtil und implizit schwingt hier die Gesellschaftskritik mit, ist aber deswegen nicht weniger suggestiv. Genug, probiert mal, ob euch das schmeckt:

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Faktenfutter zu den einzelnen Folgen und bepriesenen Konsumgütern bietet das Blog zur Serie, The Footnotes of Mad Men. Hier kann man sehen, mit welcher Akribie James Weiner die 60er rekonstruiert, Chapeau!

Die erste Staffel läuft momentan montags beim Pay-TV Sender FOX-Serie, die deutschsprachige DVD-Box gibt’s seit dem 4. Februar 2010 im Handel.

Wer bei mäßiger Qualität und koreanischen Untertiteln keinen Migräneanfall bekommt, kann sich natürlich beim virtuellen Serienprovider des Vertrauens alle drei Staffeln genehmigen. Sie werden immer besser.

Flight of the Conchords

Organisches aus dem Serienkosmos, zurücklehnen und Mundwinkel sachte nach oben wölben:

Seit HBO, CBS und FOX  mit einer Ladung von unkonventionellen Serien das Reich der Fortsetzungsformate aufgemischt haben, weiß man kaum noch, welche man sich als nächste Übersprungshandlung rauspicken soll. Es folgt kein Geheimtip, aber eine sinnfreie und suchtträchtige Erweiterung eurer Stammserien.

Ich spiele ein bisschen Amazonseitenleiste und sage: Wenn du  How I met your Mother, Arrested Development, Scrubs oder 30Rock magst, wirst du vielleicht auch Flight of the Conchords in den Kreis deiner virtuellen Zeitinvestitionen einreihen: Zwei schmucke Neuseeländer, die in New York City ihre gleichnamige Band und ihr dürftiges Liebesleben vorwärtsbringen wollen, konstant nur einen Fan haben und sich mit einem eher destruktiven Agenten rumschlagen müssen.

Man nehme also diese Zutaten und füge einen Sack absurden Humors und Skurilität hinzu, alles gut vermixen und sich auf zwickende Lachkrämpfe gefasst machen.

Hier kommen verclipte Klangerzeugnisse der schrägen Kerls- Achtung trashhaltig:YouTube Preview Image

Und weil’s so schön war, noch einer – sexytime!

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Ohrwürmer und mehr Faktenfutter findet ihr auf hier und die Episoden gibt’s beim gutsortierten Serienprovider eures Vertrauens!