Schlagworte: Trash

Augen ohne Gesicht+++Little Shop of Horrors

Ab geht’s mit neuer und aufgefrischter Filmkost. Unfreiwilliger Trash in schwarz-weiß steht heute auf em Menü, also Mund zu Augen auf!

Little_Shop_of_Horrors_gore

Herrlich, charmant – die 60er. Völlig analog, herrscht noch Pappmachéflair über digitale Technisierungswut. Grenzenloser Slapstick sorgt in Roger Cormans oftkopiertem Original von 1960 The Little Shop of Horrors für narrige Theateratmosphäre, Subtilität sucht man vergebens und jetzt ab in den Trailer:

YouTube Preview Image

Es geht um die Grenzen des  Kapitalismus um die Liebe und natürlich eine böse Pflanze, hier gibt’s den Film, der Jack Nicholson in Hollywood einquartierte in voller Länge:

YouTube Preview Image

Roger Corman ist außerdem für seine Edgar Allan Poe Adaptionen u.a. Das Pendel des Todes (1961), Lebendig begraben (1962) und natürlich Der Rabe (1962) bekannt. Ich nutze die Gelegenheit schamlos aus, um euch eines meiner Lieblingswerke von Poe zu kredenzen. Ausnahmsweise gefällt der deutsche Titel besser – Der Massenmensch (The man of the Crowd), lecker und immer aktuell.

Romantisch geht es weiter.

Wer einen Hang zum Abseitigen hat, wird sich hier ein halbseitiges Grinsen schwer verkneifen können: Les Yeux sans Visage (1960) von Georges Franju. Jüngst in Cannes wiederaufgeführt, besticht dieses Horrordrama nicht nur durch großartig komponierte Filmmusik und chirurgische Raffinesse, sondern auch mit einem äußerst realitätsnahen Plot:

yeuxsansvisage

Christiane, die Tochter des respektablen Stadtarztes Dr. Génessier (Pierre Brasseur) ist verschwunden und gleichzeitig wird eine Mächenleiche gefunden. Ist es Christiane? Bei der Obduktion identifiziert der Vater seine geliebte Tochter, doch auf der Beerdigung scheint er ziemlich unbeteiligt. Pure Strategie, denn er ist durchaus vom Tod des Mädchens betroffen und genau hier heißt es zurücklehnen und genießen:

YouTube Preview Image

Schließlich hat Dr. Genéssier Schuld am Autounfall, der Christiane (Edith Scob) zwar nicht das Leben, aber das hübsche Gesicht kostete. Einzig ihre Augen sind heil geblieben und die spähen trist durch eine wachsartige Maske. Und weil Schönheit und Glück auch in den 60ern äquivalent gesetzt werden, braucht die Tochter eben nur eine neue Visage, um der potenziellen Geisterbahnkarriere zu entgehen und die Glücksleiter hochzuklettern.

Während sie also auf dem abgelegenen Anwesen ihrer verlorenen Gesichtsästhetik bäuchlings nachtrauert, kümmert sich der Doktor um seine organische Schuldigkeit. Erfüllungsgehilfin Louise (Alida Valli) sorgt halbwegs kaltblütig für Opfernachschub und somit auch für einige großartige Operationszenen.

Dafür müssen konsequent andere Frauenköpfe herhalten. Natürlich wird die Hauttransplantation vorher an den hauseigenen Hunden erprobt, sodass die Bezeichnung Mischling einen grotesken Beigeschmack bekommt. Wie war das doch gleich mit dem Bellen und dem Beißen?

Fazit: Hitchcock trifft auf Nip-Tuck, großartig und enorm organisch!

Schluss mit Kneifen!

In den Abgründen des Netzes lauert allerhand Nebensächliches. Aber wühlen lohnt sich! Denn manchmal findet man wahre Schätze ganz weit unten! So auch hier:

toiletvia

Das Web platzt vor Kinokritiken, da freut es Blase und  Prostata, wenn sich mal einer um die organischen Bedürfnisse filmhungriger Kinogänger kümmert! Zu viel Bionade und Brauereierzeugnisse melden sich nämlich genau dann, wenn man sich erwartungsfroh dem Leinwandgeschehen widmen will. Belastenderweise rutscht da die Konzentration bauchnabelabwärts: Durchhalten oder Erleichterung verschaffen, um dann eventuell DIE Szene zu verpassen? Jetzt, oder in fünf Minuten?

Hierzu gibt RunPee die Antworten. Die blasophilen Cineasten haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Filmstellen herauszusuchen, die man ohne schlechtes Gewissen an/auf/neben der Kloschüssel verbringen kann. Kurze Zusammenfassung verpasster Inhalte gibt’s obendrauf!

Die Alternative könnte nämlich andere Sinne belasten:

shitbox-tragbare-toilette-aus-pappe

Zuerst gesehen bei zeitgeist und erwerblich bei thebrowncorporation.com.

Flight of the Conchords

Organisches aus dem Serienkosmos, zurücklehnen und Mundwinkel sachte nach oben wölben:

Seit HBO, CBS und FOX  mit einer Ladung von unkonventionellen Serien das Reich der Fortsetzungsformate aufgemischt haben, weiß man kaum noch, welche man sich als nächste Übersprungshandlung rauspicken soll. Es folgt kein Geheimtip, aber eine sinnfreie und suchtträchtige Erweiterung eurer Stammserien.

Ich spiele ein bisschen Amazonseitenleiste und sage: Wenn du  How I met your Mother, Arrested Development, Scrubs oder 30Rock magst, wirst du vielleicht auch Flight of the Conchords in den Kreis deiner virtuellen Zeitinvestitionen einreihen: Zwei schmucke Neuseeländer, die in New York City ihre gleichnamige Band und ihr dürftiges Liebesleben vorwärtsbringen wollen, konstant nur einen Fan haben und sich mit einem eher destruktiven Agenten rumschlagen müssen.

Man nehme also diese Zutaten und füge einen Sack absurden Humors und Skurilität hinzu, alles gut vermixen und sich auf zwickende Lachkrämpfe gefasst machen.

Hier kommen verclipte Klangerzeugnisse der schrägen Kerls- Achtung trashhaltig:YouTube Preview Image

Und weil’s so schön war, noch einer – sexytime!

YouTube Preview Image

Ohrwürmer und mehr Faktenfutter findet ihr auf hier und die Episoden gibt’s beim gutsortierten Serienprovider eures Vertrauens!

Freiluftsaison und William Castle

Die Kinosaison ist hochschwanger und bereit auszuwerfen. Ab mitte Juni ist’s soweit: Freiluft, Filmfest und freakige Cineasten drängen und quengeln um die Aufmerksamkeit des cinephilen Publikums. Wissen, was demnächst wo läuft und warum man es mitnehmen sollte, erfahrt ihr hier.

In München gibt es viele Open-Air Kinos, aber das charmanteste ist mit Sicherheit das Kino, Mond und Sterne- eingebettet in ein Amphitheater und im Westpark. Zum 15. Mal gibt’s hier an der Seebühne vom 10. Juni bis zum 18. August Großes, Massentaugliches und manchmal auch Randgruppiges auf die Augen. All jene, die beim Gedanken an Picknickkörbe, Schlafsäcke und erwartungsfrohe Menschen ein Schauer des Widerwillens die Rückenpartie belastet,  können sich hier Verstärkung holen. Alle anderen: Schonmal Picknickkörbe rauskramen für:

  • 11.06. Willkommen bei den Sch’tis -leider nicht OV
  • 26.06. City of God- keine Angst vor brasilianischen Kindern!
  • 29.6. Burn after Reading – George Clooney sollte Ingenieur werden
  • 02.07. Gran Torino -Eastwood, groß
  • 03.07. Guy Ritchie Double Feature: Bube, Dame, König, GrAs/Snatch
  • 07.07. Fight Club -geht immer/ aktuell
  • 09.07. Milk- CSD Pride mit Sean Penn
  • 29.07. The Wrestler- Mikey Rouke abgewrackt

Das Filmfest München feiert sich und den Film vom 26. Juni bis zum 4. Juli. Highlight: Michael Haneke, der in Cannes für Das weiße Band geehrt wurde mit eben diesem Film. Lowlight: Steven Frears’ Cheri. Tut euch einen Gefallen, verwehrt euch diesem Leinwandprunk. Besser:  High Fidelity in der Retrospektive anschauen. Mehr zum gesamten Programm ab 10. Juni hier.

Absoluter und fast schon krimineller Trash, der vor Kult zu triefen droht kommt an dieser Stelle, bzw. ende Juni. Wer nicht in München ist, muss leider für William Castle wahlweise nach Brüssel oder Paris reisen. Denn, die Kombination aus Kino und Geisterbahn brennt geradezu danach, ausprobiert zu werden! Vom 23.-.26. Juni im Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum bietet sich diese seltene Gelegenheit.

Eine kurze Einführung inklusive pretraumatischer Meditation gibt’s vom Gimmickinstallateur, Bruce Goldstein, persönlich am ersten Vorstellungsabend. Worum geht es also bei William Castle, was macht seine Filme so exzentrisch? Dieser Regisseur fungierte als lebendes Gimmick, um Leute in seine Horrorschmankerl zu locken, wartete er-eingepackt in einen Sarg- vor dem Kino auf potenzielle Besucher, um sie im richtigen Moment mit Adrenalinschocks zu versorgen.

YouTube Preview Image

Auch die Kinosäle wurden mit verschiedensten technischen Gadgets ausgestattet, leichte Elektroschocks  und ähnlich harmlose Irritationen sorgten für Spannung. Hier zeigt Castle, wie man den legendären ghost- viewer zu bedienen hat:

YouTube Preview Image

Während der Vorstellung liefen damals Krankenschwestern durch die Reihen, schließlich sollte das Publikum noch halbwegs lebendig aus der Sache rausgehen, so wurde auch während der Vorführung zugunsten Herzschwacher Horrorfans Verschnaufpause eingelegt, wie hier:

YouTube Preview Image

Seit seinem Tod, 1977, sorgen Verrichtungsgehilfen, wie der New Yorker Bruce Goldstein, für Gimmickinstallation und Schockeffekte.

  • Di, 23.06. 18.30 SCREAM FOR YOUR LIVES! (1999) / BATTLE-AXE (2002) / PSYCHETTE (2002) Einführung: Bruce Goldstein

  • Mi, 24.6. 18.30 ROSEMARY’S BABY – ROSEMARIES BABY (1968)
  • Do, 25.6. 19.00 MR. SARDONICUS – DER UNHEIMLICHE MR. SARDONICUS(1961) / HOUSE ON HAUNTED HILL – DAS HAUS AUF DEMGEISTERHÜGEL (1959) / HOMICIDAL – MÖRDERISCH (1961)
  • Fr, 26.6. 19.00  STRAIT-JACKET – DIE  ZWANGSJACKE (1964)/ THE TINGLER– SCHREI, WENN DER TINGLER KOMIMT (1959) / THE NIGHT WALKER – ER KAM NUR NACHTS (1964)

Auf den Gruselgeschmack gekommen? Hier geht’s zur Hintergrundspeisung!

X-Cess

München leuchtete. Wir reden natürlich Neon und Leuchtstoff. Wo und wie es wann für wieviel mit wem unbedingt (nicht) auszuprobieren gilt, erfahrt ihr hier.


via muenchenblogger

Heute unbedingt ausprobieren: X-Cess

Lohnt sich für alle, die mal wieder das Bedürfnis in sich hegen, sich wenigstens lokalpolitisch vom hochkragigen Poloshirtträger und dessen weiblichem, mit Longchamp/George Gina & Lucy -Taschen beseelten Pendant abzusetzen.

Erwartungen herunterschrauben, denn hier batteln sich gelegentlich enorm talentierte Hobby- DJs in gefühlten 32 qm. Ein großes Plus ist auf alle Fälle die geschmackvolle Tapete, die von erotischer Eklektik zeugt und bei steigendem Alkoholpegel beinahe psychedelische Züge annimmt, der rote Samtvorhang hilft direkt proportional.

via muenchenblogger.de

Zu später Stunde werden hier kostenfreie amuse-geuls in Form von Cola-Lutschern und Leckmuscheln verteilt (geschlechtsspezifische Präferenzen werden bedient), zu denen man sich sich herrlich die Stammgäste mental einverleiben und sich an absturzträchtigen Promilleopfern bei der kläglichen Suche nach ihren Schöffel Anoraks halbmitleidig erschadenfreuen kann.

via muenchenblogger

Unbedingt mitnehmen: Fetenfreudige  und nicht gänzlich humorfreie Couchsurfer, die zum Thema München bisher nur mit einer Käfer- Einser-Dallmayr- Denkblase  reagieren. Lieber zu Hause lassen: Ebensolche, die die Denkblase wohlgefällig mit geschmatzem Bussibussi beträten…


via muenchenblogger.de
Die Koordinaten:

Kolosseumstr.1 , 80469 München

Tel. 089-23 000 083