Schlagworte: Presse-Ticker

Malen nach Bohnen

Kürzlich durfte man in der SZ lesen, was ein jeder Kaffee-Junkie schon lange ahnte: Die Deutschen trinken mehr Kaffee als Bier, ja sie schütten sogar mehr braunen Treibstoff als Wasser ins sich hinein, nämlich ca. 180 Liter pro Jahr. Wie gut, dass sich die schlauen Köpfe von COLUMN FIVE mit einer Verbildlichung dessen befasst haben, was wir so monatlich durch unseren Organismus jagen. Ausmalen darf man die folgende Infographic natürlich nur mit dem Saft der Arabica-Bohne. Prints davon gibt es hier zu bestellen. Et voilà:taylor incaffeinewetrust3 icwt-new-size

IN CAFFEINE WE TRUST by COLUMN FIVE gesehen bei NERDCORE

Braune Wurst mit roter Pelle

Heute gibt’s hier mal nix Schöngeistiges– wir machen Platz für ein politisches Intermezzo. Im Sommerloch kommt das schäbige Blinken einer braunen Wurst mit roter Pelle besonders schön zur Geltung.

Wie lange soll es noch so weitergehen, liebe SPD? Wie lange will die Deutsche Bundesbank noch die faulen Parolen eines angeblich unkündbaren Rassisten in ihrer Armbeuge pochen lassen? Die Rede ist von Thilo Sarrazin.

Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen. So heißt das populärwissenschaftliche Hetzbuch des ehemaligen Berliner Finanzsenators. Darin werden auf 464 Seiten die bereits vorab in sporadischen Oraldurchfallereien geäußerten Hiebe gegen Migranten, Hartz-IV Empfänger und gesellschaftlich schlechter gestellten Menschen nochmal ausformuliert. Eine schöne Zusammenstellung seiner Sprüche gibt es hier. Nach dem Debakel um die Kopftuchmädchen, suggeriert Thilo Sarrazin nun, dass die hohe Geburtenrate von muslimischen Migranten zu einer Allgemeinen Verdummung dieses Landes führe. In einem Gastbeitrag für die BILD-Zeitung mahnt er:

„Über die schiere Abnahme der Bevölkerung hinaus gefährdet vor allem die kontinuierliche Zunahme der weniger Stabilen, weniger Intelligenten und weniger Tüchtigen die Zukunft Deutschlands.“(via)

Als logische Folgerung könnte man ja Dachau oder Bergen-Belsen nochmal anschmeißen, oder Herr Sarrazin? Eigentlich ist es sowieso verwunderlich, dass sich die Zeit sich zu einem Streitgespräch mit Sarrazin herabgelassen hat, lesenswert ist es trotzdem. Dort findet man dann auch so hinreißende Behauptungen wie:

“Die Araberjungen kommen an ihre arabischen Mädchen nicht ran. (…) Sie nutzen die leichter zu kriegenden deutschen Unterschichtsmädchen.”

Sicherlich wäre es durchaus hilfreich, diese Wurst öffentlich ihrer Pelle zu entledigen und dann im politischen Giftmüll zu entsorgen. Sie stinkt nämlich gewaltig. Finden übrigens auch andere Blogger.

Derweil stelle ich mir vor, wie Sarrazin Deutschlands Intelligenzquotienten zum Beispiel durch Nachwuchs mit Eva Hermann enorm in die Höhe treiben könnte. Ich passe dann gerne auf Ihre Kinder auf, Herr Sarrazin, damit aus ihnen mal was G’scheits wird.

“Bitte könnte ich vielleicht?”

Die Schweiz und ihre Migranten- A Love-Story? Naja, eher weniger. Schauen wir uns die hinreißenden Plakate an, mit deren Hilfe man sich einen Quantensprung in Sachen Integration erhofft.

Die 10 verschiedenen Motive der Züricher Integrations-Kampagne sind teilweise in der Landessprache der jeweiligen Migranten verfasst, damit auch jeder weiß, welches Verhalten von ihm (nicht) zu erwarten ist.

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via blick.ch

Deutsche Mitbürger werden z.B. gebeten, die schweizer Autobahnen weniger schnell zu befahren und sich beim Bäcker von der höflichen Seite zu präsentieren.

Weitere Motive sollen dazu anregen, auch mal einheimische Gerichte zu goutieren, sonntags keine Flaschen zu entsorgen oder statt immer gleich ins Krankenhaus, erstmal zum Hausarzt zu gehen– Auah.

Männer, Frauen und Fleisch

Es knarzt mal wieder aus der Genderecke und wir folgen- es geht bauchnabelabwärts.

Ein Zentimeter untenrum gleicht einem Kilometer innerhalb der Hirnrinde. Wir sehen einen Mann, der sich gleich unters Messer legen wird, um seine Männlichkeit durch eine Penisverlängerung aufzustocken. Es ist der vielversprechende Beginn eines französischen Dokumentarfilms namens La domination masculine (2009) von Patric Jean.

Und wie der Titel verrät, geht es um die männliche Herrschaft in unserer Gesellschaft. Doch was wie ein Porträt der westlichen Geschlechterrollensozialisation anfängt, endet in einem Wildwuchs aus Stereotypen, bei denen Frauen entweder als Opfer oder radikale Feministinnen und Männer als karikaturhafte Freaks erscheinen. Der Film ist zwar gutgemeint- Jean bezeichnet sich selbst als Pro-Feminist- hinkt aber etwas an der Umsetzung.

Eines schafft er jedenfalls: Er regt zur Diskussion an. Hier ein Blick in den Trailer, bitte frankophones Ohr hinhalten:

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Mehr gibt’s auf arte.tv.

Als Objekt und meist unter männlicher Regie dienen Frauen der Vermarktung von verführerischen Deos und schmackhaften Dosenravioli. Auch wenn Werbung, Gender und Diversity inzwischen näher zusammengerückt sind- aber seht selbst:

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gesehen bei mädchenmannschaft.de

Werfen wir nun einen Blick auf den Testosteronpegel der Hochglanzpresse. Auffällige Werte haben drei relativ neue Babies aus der FrauenMännersektion: BEEF! ist neben Gala Men und Business Punk Frischfleisch in der Magazinwelt von Gruner+Jahr.

Neben redaktioneller Ein- und zielgruppenspezifischer Ausgrenzung, soll Humor dem hippen Leser ins dreitagebärtige Gesicht lachen, wie sein Spiegelbild nach dem täglichen Kaviarpeeling. Klappt leider nicht ganz. Beweis hierfür ist das fade BEEF!-Interview mit dem Chefredakteur Jan Spielhagen. Ein Blick ins Magazin, das mit 9,80 Euro entsprechend arrogant fern ab von Lisa und Brigitte aufwuchert, lässt zögernde Neugier schnell und resolut einsinken.

Klar huschen gegen Magazinmitte und nach abgehackten Fischköpfen auch unbekleidete Frauenkörper kontextlos durch fleischlastige Rezeptideen. Den Tiefpunkt der Humorfreiheit bildet die letzte Seite mit der ausladenden Rubrik “So kochen Frauen. So Männer.” Der Freitag hat sich hierüber lecker ausgelassen und in der taz lest ihr, wie bei Gala Men die Untenrumthematik redaktionell bearbeitet wird.

Mein Mitleid gilt also dem “neuen Mann”, der vermutlich mehr aus finanzieller Ratlosigkeit heraufbeschworen wird, als dass ihm endlich der Lesestoff zukommt, auf den er ungeduldig warten musste. Wir sehen, die Krise greift Budget und Birne gleichermaßen an.

Genug davon, jetzt gibt’s was auf die Augen:http://www.veoh.com/videos/v14246195QMw8KKWk

Zum Schluss noch ein etwas abseitiger Satz von Pythagoras:

Es gibt ein gutes Prinzip, das die Ordnung, das Licht und den Mann geschaffen hat, und ein böses Prinzip, das das Chaos, die Finsternis und die Frau geschaffen hat.

Mit Uschi im Sommerloch

Von wegen Politikverdrossenheit: Nach anspruchsvollen, ja fast schon Arte-würdigen Reality- Formaten wie BigBrother, die Alm und die Burg soll’s also nun die Politik sein.

Erst “Das perfekte Promi Dinner”, jetzt die Weltherrschaft!, dachte sich wohl “Alm-Königin” Kader Loth, 36,  in einem ihrer häufigen Geistesblitze. Neben Parteigründerin und “Ex- CSU-Rebellin” Gabriele Pauli, mischt sie also nun in der Freien Union (FU) mit.

Mit so nachdenklichen Phrasen wie “Jeder hat mal einen Werdegang.” schaffte es die ansonsten luderliche Busenuschi also, Pauli von ihrer Eignung zur parteieigenen Frauenbeauftragten zu überzeugen. “Ihr Wahlprogramm hat mich auch irgendwo beeindruckt”, bestätigt sie dem Focus Online in einem ihrer zahlreichen Interviews. Das Ideenpapier der FU besticht jedenfalls mit dem genialen, aber dennoch dezent gehaltenen Leitmotto  “Für wahre Werte” – “Friede, Liebe, Freude, Geduld”.

Ob sie den Absprung von Seite 3 in den Politikteil schaffen wird? Einst löste sie jedenfalls das SPD- Parteikürzel als Politische Soziale Demokratie auf, aber wieso nicht? “Ich werde versuchen, mich politikgerecht zu kleiden und nicht mehr auffällig durch die Gegend zu rennen. Kader Loth war gestern.”  Nachgelegt wird mit einem entschlossenen “Ich bin bereit, da mitzumischen.” Riecht man da die Hoffnung auf vermehrt männliche Wählerstimmen? Wie absurd: Sie wolle natürlich insbesondere auf die Frauen zugehen, erzählt sie in Spiegel Online. Klar, schließlich muss auch im Frauenhaus gelernt werden, welcher Selbstbräuner streifenfrei funktioniert und mit welcher Methode man am einfachsten lästige Härchen an schwererreichbaren Stellen loswird.

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via

“Ich habe natürlich meine Partei und Frau Pauli im Rücken, und der erste Stein ist erstmal geworfen worden”, meint das halbsynthetische und selten ganzgekleidete Mischwesen. Auch hier rate ich zur Helmpflicht, absolut anorganisch!

Wir erinnern uns: Zuletzt sorgte Gabriele Pauli, die 51-jährige Gründerin und Bundesvorsitzende der Freien Union, mit ihrem Postulat nach einer Ehe auf Zeit nicht nur bei Romantikern für vehementes Schädelzucken, jetzt steht der Gedanke auch im Wahlprogramm der Fürtherin.

Während die aufreizenden Damen also wahrscheinlich die nächste Mottoparty auf Parteikosten organisieren, fragen wir uns, ob das stetige Tragen von Lack- und Lederkorsagen auch die Blutzufuhr zum Gehrin beeinträchtigt und wie lange es wohl noch dauert, bis die CDU endlich ihr eigenes Busenwunder, z.B. Rainer Calmund, einspannt?

Wer da ungläubig den krisengesättigten Kopf zu schütteln wagt, kann sich bei der SPD gleich mal in die Ecke stellen und reflektieren. Denn SPD- Generalsekretär, Hubertus Heil, nimmt „Super-Nanny“ Katharina Saalfrank auf seiner Deutschlandtour an die Hand und hofft somit, eine Lanze für die sozialdemokratischen Werte zu brechen.

Apropos Nanny: Die hätte wohl auch bei den morbiden Erziehungsmaßnahmen einer “angespannten” Berliner Mutter gebraucht werden können. Diese hielt es für pädagogisch einwandfrei, ihrem 19 Monate alten Sohn die eigenen Fäkalien zu spritzen. Mehr davon gibt’s hier. Soviel zum Sommerloch.

Abschied vom Toy-Boy

Der Genderknarz um unglückliche Frauen bebt noch nach, da kommt schon der nächste, grobkörnige Brocken aus der SZ, angenehmes Verdauen:

Hugh-Hefner-Playboy-girls
Junge Partnerinnen verlängern das Leben, heißt es durchaus ermutigend. Dort wird propagiert, dass das Prinzip Runzel und Pfirsich bei Männern die Lebenserwartung positiv beeinflusst: “Männer, die zwischen sieben und neun Jahre älter sind als ihre Partnerinnen, haben demnach ein um elf Prozent geringeres Sterberisiko als Männer mit Partnerinnen in etwa dem gleichen Alter.” Die Konstellation soll aber auf Frauen umgekehrte Wirkung haben, denn diese leben Laut Studie mit Toy-Boy wesentlich kürzer und am längsten mit maskulinen Peer-Group Subjekten, “sind die Männer älter als sie selbst, steigt für die Damen das Sterberisiko.” Die Frage nach der Gleichgeschlechtlichkeit wird hierbei außer Acht gelassen und erwähnenswert ist die Begrenzung auf “Daten von etwa zwei Millionen verheirateten Menschen aus Dänemark, die älter als 50 Jahre waren.”

So, was bedeutet das nun konkret? Wenn ich gütig bin, geh ich folglich in den Seniorenstift auf  Männerschau und schenke Prostata-Paule paar Prozentpunkte Lebenszeit? Oder anders: Müssen Frauen, die in gleichaltriger Liaison leben nun ein schlechtes Gewissen haben? Sollte sich Madonna aus organischen Gründen von Jesus trennen? Müssen wir uns jetzt Sorgen um Barack Obama machen, weil Michelle nur drei Jahre jünger ist? Folgt nun die Brautschau in der Grundschule? Und, viel wichtiger: Was passiert mit der Lebenszeit? Wartet sie im Land der verlorenen Singlesocken?