Schlagworte: Mode

Essbare Kleider von Yeonju Sung

Die koreanische Künstlerin Yeonju Sung zaubert delikate Kleider und Korsagen aus Tomaten, Lauch, Bananen, Rettich, Shrimps, Rotkohl, Kaugummi, Eiern oder Brot. Wir werfen einen Blick auf ihre organische Wearable food series. Also Mund zu und Augen auf:

Shrimp
Wearable Foods series by Yeonju Sung.

Alle Bilder © Yeonju Sung via designtaxi.com

Über ihre Arbeiten sagt die 1986 in Seoul geborene Künstlerin:

My works, as an image between reality and non-reality, are talking about things that are unsubstantial and things that have been losing its essence. Also, they are, as food, empty and useless images since they are just borrowing the forms of clothes as a hollow shell that is not able ever last forever.

Weitere Infomationen gibt es unter www.yeonju.me

Koen Hauser – Mode trifft Anatomie

Der niederländische Künstler Koen Hauser hat mit seiner Serie Modische Atlas der Anatomie (2000) die Schnittstelle von Körper und Kunst untersucht: Seine Bilder zeigen Mode, die unter die Haut geht, mit ihr verschmilzt und sich in ihr entfaltet.

“Ich bin die Mode, deine Schwester” erklärt die Mode dem Tod. Der erwidert überrascht: “Meine Schwester?” Darauf die Mode: “Erinnerst du dich nicht? Wir sind beide Kinder der Vergänglichkeit.” (Giacomo Leopardi)

Formale Strenge und dezente Farben verbinden sich zu surrealistisch anmutenden Portraits voll klinischer Unnahbarkeit, welche durch den zum Teil didaktischen Inhalt humorvoll gebrochen wird. Selbst wenn Hausers Fotografien seit ihrer Entstehung schon mehrfach abgebildet und durch zahlreiche Magazine gewandert sind, haben sie nichts von ihrem medizinischen Charme eingebüßt:Modische Atlas der Anatomie © Koen Hauser Modische Atlas der Anatomie © Koen Hauser Modische Atlas der Anatomie © Koen Hauser Modische Atlas der Anatomie © Koen Hauser Modische Atlas der Anatomie © Koen Hauser

Alle Fotos  © Koen Hauser via It’s Nice That

Mehr von Koen Hauser gibt es unter koenhauser.com.

Maison Martin Margiela

Raus aus der Kammer und ab in die Galerie: In der Kategorie Kunsthappen wird der überladene Kunstmarkt semisäuberlich durchwühlt, einige beachtenswerte Prachstücke werden aufgegriffen und sinngerecht portioniert. Also Mund zu, Augen auf:

Bis zum ersten Juni kann man im Haus der Kunst noch das Werk eines echten Exzentrikers visuell verspeisen. Existiert der Belgier Martin Margiela überhaupt (noch), oder ist sein gesamtes Dasein ein congenialer Marketingstreich? Diese Anonymität drängt die Mode und deren Herstellungsprozess in den Vordergrund. Auch seine Laufstegmodels werden mit balkenartigen Sonnenbrillen, oder Nylonmasken unkenntlich gemacht. So kommt es auch, dass man nicht etwa den Designer persönlich hervorhebt, sondern das gesamte Modehaus mit seinen weißbekittelten Angestellten als ein Ganzes, Maison Martin Margiela, wahrzunehmen hat.


Fakt ist, dass in der Münchener Maximilianstraße 34 sein erster deutscher Laden zeitgleich zu Ausstellungsbeginn seine Pforten für die ergebene Anhängerschaft öffnet. Auch hier zeigt Anonymität Präsens, denn die Boutiquen verstecken sich in den Kellergewölben oder Hinterhöfen von Paris, L.A., Tokyo und natürlich München. Die Kosten der erwerblichen Kleidungsstücke werden übrigens nach investierter Arbeitszeit berechnet.


Neben seinem ausgelassenen Faible für die Farbe Weiß, sind die Umkehrung vom Inneren eines Objekts nach Außen, sowie das Offenlegen von Nähten, Schnittstellen und Verarbeitungsmechanismen ebenfalls Markenzeichen der Maison Martin Margiela. Auch die immanente Vergänglichkeit wird thematisiert und zieht sich durch seine Werke, passend hierzu folgender philosophischer Happen:

“Ich bin die Mode, deine Schwester” erklärt die Mode dem Tod. Der erwidert überrascht: “Meine Schwester?” Darauf die Mode: “Erinnerst du dich nicht? Wir sind beide Kinder der Vergänglichkeit.” (Giacomo Leopardi)

Seit 1988 entwirft der Designer Mode innerhalb ihres schnellebigen Charakters. Klingt Surreal? Soll es auch, schließlich gilt Man Ray als Vorbild für den exzentrischen Belgier. Nicht gänzlich humorlos muss außerdem seine berüchtigte Ausstellung in Rotterdam 1997 gewesen sein, bei der Margiela in Kolaboration mit einem Mikrobiologen Bakterien in seine Kollektion injizieren ließ, die durch stetiges Wachstum leider nicht nur ihr eigenes Erscheinungsbild beeinflussten, sondern auch andere Exponate zu besiedeln drohten. Das Projekt musste daher vorzeitig beendet werden. In München geht’s zwar weniger organisch zu, ein Besuch lohnt sich aber dennoch unbedingt!