Schlagworte: Kunst

Colorful Shit von Gabriel Morais

Gabriel Morais hat einen nettes Experiment unternommen, um das Verhältnis zwischen dem organischen In- und Output seines Essverhaltens zu untersuchen. Dazu hat er jeweils eine Menge Froot Loops, Rote Beete und Mais zu sich genommen und danach den Lokus inspiziert. Die Ergebnisse seiner Nahrungsaufnahme seht ihr hier:

01_905 beetroot_905 beetroot_shit_905 frootloops_905Concept, Art Direction and Photography: Gabriel Morais, Rodrigo de Castro, Joao Unzer

Concept, Art Direction and Photography: Gabriel Morais, Rodrigo de Castro, Joao Unzer

Colorful Shit via Nerdcore

 Das Künstlerstatement lautet:

The idea behind this project, is to show how much the food we ingest affects our body,
therefore the colour of each poop was not manipulated on photoshop.
To achieve the result, the quantity I ate for each picture was:
4.5kg of beet root in 36 hours.
3.5kg of Froot Loops in 30 hours.
4kg of sweet corn in 36 hours.

Mehr zu Gabriel Morais und seinem Projekt findet ihr hier.

Blown von Julia Randall

Die New Yorker Künstlerin Julia Randall hat in ihrer Serie Blown, 2011- 2012 wunderbar organische Bilder von aufgeblasenen Kaugummis produziert, die ich euch auf keinen Fall vorenthalten will. Die hyperrealistisch gezeichneten Luftblasen entfalten mit ihrer bizarren Fleischlichkeit fast schon anthropomorphe Züge: “I craft images that are simultaneously erotic and humorous, beautiful and repulsive”, wird Randall in diesem Artikel auf Flavorwire zitiert. Also Mund zu und Augen auf:Watermelon  2012 colored pencil on paper 24” x 18”

Alle Bilder © 2013 Julia Randall.

Mit Dank an Kathi via ignant.de

Randalls Statement:

Bubblegum initially connotes innocent, cheeky pleasure, yet the fragile skin of gum also points to the susceptibility of the body, and the dreaded passage of time. Bubble gum is an insignificant, disposable material, and the pleasure taken from its flavor is fleeting. The bubble is a vessel that holds our breath, for a brief moment, in a physical form. Seen as a group, the inflating/ deflating bubble imagery is a visual manifestation of breathing. They are decidedly anthropomorphic, and can appear abject, fragile, and as vulnerable as the human body.

Mehr Informationen über Julia Randall gibt es unter www.julia-randall.com, ein Interview mit der Künstlerin findet man auf www.ladiesngents.com.

WOMBS – Francesca Fini

Die italienische Performance- und Medienkünstlerin Francesca Fini hat uns vor einiger Zeit mit ihrer organischen Fleisch-Performance bespaßt. Und weil das wohlgenährte Vimeo-Profil der vielseitigen Künstlerin ein wahres Festmahl für hungrige Kunstaficionados ist, wird hier sicherlich noch öfter über sie berichtet.

WOMBS © Francesca Fini

In ihren Arbeiten und Performances setzt sich Fini oft mit dem Verhältnis von Körper und Wahrnehmung auseinander, scheut aber nicht vor politischer Systemkritik zurück, wie man in ihrer Serie WITH AN HELMET beobachten kann. Die folgende Videoarbeit WOMBS (2012) kann als Reflexion über den weiblichen Körper gesehen werden:

Video by Francesca Fini // vimeo direktwombs

Francesca Finis Statement:

How do you see yourself in the mirror? We do not ever see how others see us, we do not see how we really are. Wombs is some sort of dream about femininity. A woman meets her golem, a piece of clay without features, to be fashioned at will. The golem is a double of the woman, but an amorphous double, a newborn entity still sealed in its purity and fierce innocence. A deity (maybe an evil one) who is daughter and mother at the same time, in whose womb the woman hides to find peace.

Mehr dazu findet ihr auf der Plattform Anti-Utopias oder auf der Webseite von Francesca Fini.

Endverbraucher von Trude Wald und Otto Brunn

“We accept you, one of us!”, heißt es so schön in Freaks (1932). Dieser Satz passt wunderbar auf folgende Foto-Serie, die sich Endverbraucher nennt und um die es im heutigen Kunsthappen gehen soll.

 Die Endverbraucher sind inspiriert von einem Job, den Trude Wald ein wenig in den Sand gesetzt hat. Für eine Zeitung sollte ein Kreislauf dargestellt werden: Feld/Anbau-Fabrik/Verarbeitung-Handel-Endverbraucher-Kanalisation-Feld/Anbau. Hierbei sollten alle Punkte des Kreislaufs durch Obst und Gemüse dargestellt werden. Trude Wald baute einen irren Endverbraucher aus einer Kartoffel, zwei Würsten, einem Pilz und zwei Karotten, den der Kunde nie zu Gesicht kommen sollte, weil schon die Fabrik aus Gemüse nicht für gut befunden wurde. Trude und Otto gewannen den Endverbraucher jedoch sehr lieb, so dass sie beschlossen, ihm weitere, organische Cousins und Cousinen zu schenken. Also, Mund zu und Augen auf für Miss Mais, Sportkartoffel und Co.:

Tomatendame Mr. Paprika Auberginen Mann Potatoman Ei Entdecker Miss Mais Waldgeist Zucchini Hund Sportkartoffel Orko

 Fotos: Otto Brunn / Idee und Design: Trude Wald und Otto Brunn

In diesem Sinne: “Gooble, Gobble!”

transmediale 2k+12

transmediale-2k12-L-IhViogDie transmediale 2012 bespielt vom 31. Januar bis zum 05. Februar das Haus der Kulturen der Welt und ausgewählte Nebenschauplätze. Das Festival für Kunst und digitale Kultur findet in seinem 25. Jubiläumsjahr unter dem Thema <in/compatible> statt. Das Programm ist überaus umfangreich: die zweitägige Konferenz>in/compatible symposium wird von der Ausstellung >dark drives, einem Videoprogramm >satellite stories, Diskussionen, Workshops und Präsentationen >reSource und Performances >the ghosts in the machinebereichert und unterwandert während das CTM.12 unter dem Motto <Spectral> Spielstätten wie das Berghain, den Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und die HAUs kongenial begeistern will.

Im Folgenden soll weder eine schiere Auflistung von Programmpunkten, noch der Versuch einer Kontextualisierung von In/Kompatibilität unternommen werden. Stattdessen werfen wir uns den Deckmantel des Rahmenthemas um und riskieren einen streifenden Blick auf ein paar prominente oder abseitige Schlaglichter: Denn von der legendären Joshua Light Show, über einen Workshop bei dem man Filme auf die gute alte Floppy Disk zu bannen versucht bis hin zu William S. Burroughs und Antony Balchs vom Dadaismus inspirierten Kurzfilm The Cut-Ups (1966) offeriert das Festival ein geradezu ausuferndes Spektrum an In/Kompatiblem.

Erwähnenswert sind vor allem die von Marcel Schwierin in der Sparte Satellite-Stories kuratierten Videos. Diese behandeln im Besonderen die In/Kompatibilität von Menschen zu den von ihnen gestalteten Produkten. Wie im letzten Jahr wird es zudem erneut die Arab Shorts geben, gastkuratiert von Maha Maamoun und Sarah Rifky aus Kairo.

Unter anderem zeigt uns Dominic Gagon wie Netzzensur als Störung verstanden werden kann, die zugleich kreative Potenziale in sich birgt. Wie lange Gagnons “RIP in Pieces America” (2009), ein Found-Footage Video aus zensierten You Tube Clips, dem Flag-Drang der anonymen Netzkontrolle wiedersteht, kann man hier beobachten. Seine neuste Arbeit “Pieces and Love All to Hell” ist als Installation im HKW zu sehen. Darüber hinaus werden die Videos zusätzlich auf transmediale.tv zugänglich gemacht. Steve Reinke präsentiert uns mit Beaver Skull Magic sechs Minuten voll verstörender Interaktion zwischen Mensch und Tier. Anhänger von Tape-Kunst à la Mark Jenkins dürfen sich auf die organischen Performance-Videos von Dennis Feser freuen, der am 3. Februar für das Screening von Vertical Distraction persönlich zugegen sein wird– hier ein kleiner Einblick:

YouTube Preview Image
youtube direkt feser

Und damit das 25- jährige Bestehen des Festivals nicht zu kurz kommt, werden Videoarbeiten von den Anfängen der transmediale (damals noch VideoFilmFest genannt) im Videospiegel von 1988 zu sehen sein. Nicht verpassen sollte man Harun Farockis 44-minütigen Beitrag “Die Schulung – Indoctrination” (1987). Aber auch Camp-Größe George Kuchar wird nebst anderen Ikonen experimenteller Videokunst vertreten sein.

Eine nicht uninteressante Performance kommt von Gæoudjiparl/Goodiepal, der die Frage nach der In/Kompatibilität mit der eigenen (akademischen) Umwelt verbindet. Der exzentrische Musiker/Künstler wurde aufgrund einer Lecture mehrmals von Institutionen in Dänemark und London entlassen. Nun nutzt er die transmediale als Plattform, um seinen gesamten Hausrat zu verschenken – wobei jedes Objekt mit einem Link zur berüchtigten Lecture versehen ist. transmediale_Katalog

Das eigenwillige Design von manuelbuerger.com, timmhaeneke.de und tillwiedeck.com steht ebenfalls unter dem Leitgedanken der In/Kompatibilität und widmet sich den Erwartungen, Hoffnungen und Unruhen, die mit digitalen Technologien in Verbindung gebracht werden können. Dass die drei Herrn ihrem Design nicht gänzlich ironiefrei gegenüberstehen, beweist ein Blick in den Festivalkatalog, der Assoziationen mit Hardware-Manuals und der Speisekarte vom Pizza-Service evoziert. Für die Architektur haben sich raumlabor eine fragmentarische Anordnung von Sitzmöglichkeiten ausgedacht, deren Hybridität uns zwischen Innen und Außen, zwischen Möbel und Bauteil im Zweifel lassen soll. Das war ein erster Ausblick auf die kommenden Tage.

Weitere Informationen gibt es unter www.transmediale.de.

Duchamp auf’s Brot

Um auch nach der der Kunsthochschule und trotz großer Entfernung gemeinsam produktiv bleiben zu können, beschlossen die beiden Künstlerinnen Brittany Powell und Tae Kitakata dieses Blog als Plattform für gegenseitigen Projekt- und Ideenaustausch zu nutzen. Das Prinzip: Künstlerische Raffinesse muss nicht notwendigerweise mit großem Zeit- und Geldaufwand verbunden sein, low commitment eben. Die Künstlerinnen wechseln sich in wöchentlichem Turnus ab, jeden Montag gibt es einen neuen Eintrag. Also Mund zu und Augen auf für diese organischen Künstlerhommagen à la Brittany:sandwichmondrian1 sandwichrothko2 sandwichpollock1 sandwichduchamp1 sandwichchristo1

Alle Fotos © Brittany via Low- Commitment Projects gesehen bei iGNANT

Mehr davon gibt es auf http://lowcommitmentprojects.com.

Hack vom Papierschwein

Lange haben wir darauf gewartet, jetzt ist sie da: Die ultimative Alternative zu Tofu, Tempeh und Bäh heißt Papierhack und kommt vom Papierschwein. BARTO: “Garantiert frei von tierischen Stoffen und genießbar für Vegetarier, Muslime, Christen, Juden, Buddhisten und trendbewusste Fleischverweigerer.” Menschen mit Holzallergie müssen auf den nächsten Trend warten. Alle anderen können schonmal die Magensäfte anschmeißen:

schwein3 schwein2 schwein1

gesehen bei rebel:art via BARTO

Für mehr Hacktivismus von BARTO bitte hier entlang.

Haariges ABC

Als wir dachten, der Mehrwert unserer Rudimente ginge gegen Null, tauchte eine japanische Kunststudentin namens Mayuko auf und bewies uns das Gegenteil. Also Mund zu und Augen auf für dieses organische Font aus Beinhaaren:leghairfont

gesehen bei Nerdcore via Neatorama

Die Ressourcen lieferte indes nicht Mayuko, sondern ein großzügig behaarter Freund. Die Idee dazu entstammte einer Aufgabenstellung der Tama Art University, wobei die Studenten ohne die Zuhilfenahme von Computern ein neues Font designen sollten. Ob die haarige Typo die Helvetica der Zukunft sein wird oder der handelsüblichen Buchstabensuppe organische Konkurrenz macht, bleibt zu bezweifeln. Dass sie Menschen zum Konsum anregen kann, hofft jedenfalls Adidas:tumblr_lpv4j8WnCg1qjkineo1_500

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