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Experimenteller Kurzfilm // Jim Jarmusch & Jozef van Wissem

The Sun of the Natural World is Pure Fire lautet der Titel des Songs, den Indie-Liebling Jim Jarmusch mit dem niederländischen Komponisten/Lautisten Jozef van Wissem in diesem avantgarden Musikvideo präsentieren.

 Concerning the Entrance Into Eternity

Das Stück entstammt dem zweiten gemeinsamen Album von Jarmusch und van Wissem– Concerning the Entrance Into Eternity (Important Records). Das Video sieht nach einer ambitionierten Mischung aus Rocky Schenk, Sofia Coppola und dem frühen Werner Schroeter aus. Regie führte Diego Barrera. Et Voilà:

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Mehr zu den drei Künstlern und der Idee hinter dem Video gibt es hier.

No guns, no mobiles, no sex

Ein Mann, zwei Tassen Espresso und eine tauschträchtige Streichholzschachtel: The Limits of Control (Jim Jarmusch, 2009) beflimmert seit heute die Leinwände.

limitsofcontrol

Soviel vorab:  In diesem Film werden ca 5 Papierzettelchen verspeist, viele Tassen Espresso von einem Kerl halb ausgetrunken, einer unwiderstehlich nackten Paz de la Huerta wird widerstanden, einer mysteriös weißperrückten Tilda Swington nachsinniert, einem schmucke bebarteten Gael Garcia Bernal hinterhergeschmachtet und am Ende stirbt Bill Murray.

Zwischendurch wechseln einige Diamanten den Besitzer, Städte und Provinzen Andalusiens dienen als stimmige Kulisse, ohne pittoreske Sightseeing Atmosphäre zu vermitteln. Es geht um Details, um die Ästhetik des Minimalismus. Hier geht’s zum Trailer:

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Im ansonsten eher dialogarmen, aber charmanten Streifen, häufen sich stereotype Abläufe, deren Ziel darin besteht, den mystischen Auftragsmörder (Isaach de Bankole) zu seinem Opfer zu bringen. Weise Kontakter mit chiffrierten Notitzen ebnen seinen Weg. Und der wortkarge Einzelgänger lässt sich von den verschiedenen Charakteren jeweils kleine Fetzen philosophischer Reflexion mitgegeben. Beeindruckend ist die außerordentliche Passivität, die den Protagonisten umgibt: Es scheint, als füge er sich ausnahmslos in seine Kette von Aufträgen. Letztendlich erfährt man weder Grund, noch Motivation seiner Tat. Unbefriedigend insofern, als dass man das Gefühl hat, es müsste noch etwas mehr dahinter stecken, als der letzendliche, allesumgebende Tod.

Zwar wird von jeder zweiten Kontaktperson betont, dass das Leben nichts wert sei und letztlich nur ein Haufen Erde davon übrigbliebe, doch Staubflocken sucht man vergebens. Es bleibt ein Rätsel ohne Lösung, ein Gedankenspiel, bei dem die Spieler nach eigenen Regeln zu spielen scheinen, miteinander, gegeneinander oder nebeneinander. Ein festes Drehbuch gab es jedenfalls nicht und vielleicht liegt hier ja der Schlüssel zum Filmtitel. Genussvoll für Ästheten: Christopher Doyle hinter der Kamera, Paz de la Huerta davor und in einem Hauch von Plastik. Aber nichts für Ungeduldige, denn streckenweise merkt man dem Film seine knappen zwei Stunden durchaus an. Zwei Tassen Espresso kämen da nicht ungelegen…