Schlagworte: Dokumentarfilm

David Lynch und PayPal

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via moviepilot

Wer Lust hat, Teil eines Lynchprojekts zu werden, sollte seinen Geldbeutel zücken. Der Meister des surrealen Beigeschmacks lässt einen Film über sich selbst produzieren, bestehend aus Archivmaterial der letzten Jahre, kombiniert mit Interviews und finanziert mit dem Geld seiner Fans.

Jeder der 50 US-Dollar spendet, bekommt die Kopie seines abstrakten Selbstporträts, ein T-Shirt oder eine Jutetasche und die die Möglichkeit, Fragen an den Regisseur in das Projekt miteinfließen zu lassen. Producer Jon Nguyen in The Independent:

“Not only are we looking for financial support, but we’re also very interested in connecting with his fans for feedback and input. There are so many questions that we would like to ask David and building a network of his fans enables us to reach out to them and hear what his fans would like to ask him if they could hold the camera”

Das Modell der popularisierten Filmförderung via Internetz nennt sich “crowd funding” und erfährt im derzeit schwäbischen Hollywood zunehmende Beliebtheit.

Das fanfinanzierte Projekt soll Lynch Three Project heißen und bildet den dritten Teil einer Doku-Trilogie. Wer spenden wil, klickt auf die Kickstarter Seite des Projekts.

Dort erfährt man auch:

We gladly accept major credit cards such as Visa, MasterCard, American Express, and Discover or direct payments, all through PayPal.

Dok.fest München 2010

Der Filmtran der letzten Wochen hat ein Ende. Vom 5. – 12. Mai durchleuchtet das 25. Internationale Dokumentarfilmfestival ausgewählte Münchner Lichtspielhäuser und hat außerdem noch das passende Kinowetter mitgebracht!

Alle Filmhungrigen dürfen sich dann 72 Filme aus 32 Ländern und ein stattliches Rahmenprogramm einverleiben. Bei Verdauungsbeschwerden können die Regisseure vielleicht persönlich helfen, die meisten werden jedenfalls anwesend sein. Es darf also sinniert werden, wie im Trailer:

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Was es alles zu sehen gibt, erfahrt ihr hier und wer sich das Komplettpaket an Faktenfutter reinziehen will, der schmökert durch den Katalog zum Festival. Den Auftakt macht der Bergfürst von Philip Vogt am 5. Mai  im City 1 um 20 Uhr.

Ein prominentes Vorführobjekt ist sicherlich David wants to fly von David Sieveking. Der Film hatte auf der Berlinale 2010 Premiere- soweit zwar prima, aber nicht spektakulär. Interessant ist vielmehr, dass David Lynch, um den es im Film geht, den Festivalauftritt verhindern wollte. Warum? Vielleicht hilft ein Blick in den Trailer:

http://www.dailymotion.com/video/xcybnf

via

Übrigens geht David mit seinem Werk auf Deutschlandtour, die Koordinaten findet ihr hier.

Zum WM-Jahr steuert Afrika als Festivalgast eine eigene Filmreihe bei: Dok.guest Africa. Während Christoph Schlingensief noch an seiner Interpretation von Fitzcarraldo in Ouagadougou bastelt, reflektiert dort Regisseur Jean-Marie Teno in Lieux Saints (Sacred Places) über die identitätsstiftende Bedeutung von Kunst und Kultur in Afrika unter dem Einfluss der Globalisierung, da geht’s zum Trailer.

Eine zweite Chance für alle, die Triptych von Magdalena Hutter verpasst haben, bietet außerdem der Gasteig vom 5. bis 16. Mai.

Abseits von Kitsch und Elendstourismus eines Slumdog Millinonaire bewegt sich At my Doorstep von Nishtha Jain durch den Moloch Mumbay. Wer reinschnuppern will, kann das hier tun. Der Film hat kürzlich auf dem 8. Indian Film Festival in Los Angeles als Best Documentary überzeugt, wir können also gespannt sein!

Zum Abschluss werf’ ich euch eine -sagen wir mal fordernde -Mixtur aus Japan auf die Nerven. We Don’t Care About Music Anyway von Cédric Dupire und Gaspard Kuentz, aber seht selbst:

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Karten gibt’s an den Kinokassen und unter www.muenchenticket.de

Von Bloggern und Internet-Freaks

Googelst du dich manchmal selbst? Und, wenn ja, würdest du es mit ‘intellectual mastrubation’ gleichsetzen? Sind alle Blogger verkappte Egozentriker und dienen Blogs nur der eigenen Selbstdarstellung? Leben wir in einer Netokratie?

Benjamin Rassat hat sich in seinem Dokumentarfilm Von Bloggern und Internet-Freaks/I Am the Media (Frankreich, 2009) diese und ähnliche Fragen auf den Rücken geschnallt und ist damit bei Bloggern, Mediengurus und Freaks wie The Compulsive Confessor, Andrew Keen oder Loïc le Meur hausieren gegangen. Wo Bloggen aufhört und Wahnsinn anfängt ist dabei manchmal nicht ganz klar:

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via makemebad35

Rassat will unsere medial durchwachsene Lebensgestaltung behandeln, schwenkt dann zeitweise eher auf den vermeintlichen Narzissmus der Blogger, um gegen Ende noch die Kurve zu einem gelungenen Meta-Beitrag über unser virtuelles Geblubber zu kriegen. Der Filmkonsum lohnt sich jedenfalls -auch für alle Nichtblogger.

Von Bloggern und Internet-Freaks lief  am 21. April auf ARTE und ist auf der Webseite des Films verfügbar.