Kategorie: Genderblender

Lethal Weapons

In der neuen Sparte Filmlektion gibt es ab jetzt Nützliches aus der Welt des Zelluloids zu sehen. Natürlich ist alles 1:1 auf das analoge Leben übertragbar und wird von mir auch dringend empfohlen.
Kultregisseur Lindsay Shonteff zeigt uns mit Licensed to Love And Kill (1979) auch bekannt unter dem Titel No. 1 ist nicht zu schlagen oder The Man from S.E.X., dass die Verletzungsgefahr, die von ansonsten harmlosen weiblichen Attributen ausgeht, höher sein kann als man denkt. Bevor es zum Knackpunkt dieser Filmlektion kommt, werfen wir einen schnellen Blick in den Trailer:

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Alles was frau braucht sind ein paar Rasierklingen, handelsübliche Nippelaufsätze und natürlich ordentliche Brustmuskeln. Was würde Catharine MacKinnon wohl zu dieser schneidigen Kampfszene sagen?


via blogrebellen

 

Untenrum abgefüllt

Am besten ihr lehnt euch schonmal schön zurück, denn was jetzt folgt, ist harte Kost.

Also Mund zu und Augen auf für den äußerst organischen Nasenschmeichler eines deutschen Parfumkreateurs: Vulva.

picture-91-635x327Via Vice

Was steckt drin? “Urin, Schweiß und weibliche Erregung.” So formuliert das jedenfalls Guido Lenssen, Chef der Firma rund um das Geschäft mit dem Muschiduft.

Beim Vice Magazine gibt’s ein nettes Interview mit dem Duftgenie. Die genaue Quelle der olfaktorischen Reizüberflutung wird uns aber auch dort vorenthalten.

Wer mit dem Zeug seine Geruchsknospen befruchten will, kann sich auf die vielsagende Homepage schleichen: smellmeand.com

Dort sollte man sich unbedingt das geschmacklich einwandfreie Werbevideo genehmigen: Zu sehen gibt’s einen verzückten Kerl, dessen Nase am nassgeradelten Sattel einer nicht weniger nassen Blondine kleben bleibt. Das Ganze sprudelt natürlich vor ästhetischer Raffinesse. Männer wollen ihn und Frauen so sein wie er! Vielleicht auch andersrum.

Riecht jedenfalls nach Erfolg und bestimmt ist das nächste Wässerchen aus Urin, Schweiß und Penissaft auch schon in Planung. Ideal gegen Reiseübelkeit wären auch Duftbäumchen mit der Essenz eines gebrauchten Tampons. Aphrodisierende Momente auf romantischen Autobahnraststätten sind quasi vorprogrammiert!

Genug davon, an einer Kaffeebohne zu schnüffeln, könnte jetzt helfen.

Übrigens, wer von der duften Website aus beschließt, auf Ausgang zu klicken, wir direkt zu Benjamin Blümchen weitergeleitet.

Männer, Frauen und Fleisch

Es knarzt mal wieder aus der Genderecke und wir folgen- es geht bauchnabelabwärts.

Ein Zentimeter untenrum gleicht einem Kilometer innerhalb der Hirnrinde. Wir sehen einen Mann, der sich gleich unters Messer legen wird, um seine Männlichkeit durch eine Penisverlängerung aufzustocken. Es ist der vielversprechende Beginn eines französischen Dokumentarfilms namens La domination masculine (2009) von Patric Jean.

Und wie der Titel verrät, geht es um die männliche Herrschaft in unserer Gesellschaft. Doch was wie ein Porträt der westlichen Geschlechterrollensozialisation anfängt, endet in einem Wildwuchs aus Stereotypen, bei denen Frauen entweder als Opfer oder radikale Feministinnen und Männer als karikaturhafte Freaks erscheinen. Der Film ist zwar gutgemeint- Jean bezeichnet sich selbst als Pro-Feminist- hinkt aber etwas an der Umsetzung.

Eines schafft er jedenfalls: Er regt zur Diskussion an. Hier ein Blick in den Trailer, bitte frankophones Ohr hinhalten:

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Mehr gibt’s auf arte.tv.

Als Objekt und meist unter männlicher Regie dienen Frauen der Vermarktung von verführerischen Deos und schmackhaften Dosenravioli. Auch wenn Werbung, Gender und Diversity inzwischen näher zusammengerückt sind- aber seht selbst:

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gesehen bei mädchenmannschaft.de

Werfen wir nun einen Blick auf den Testosteronpegel der Hochglanzpresse. Auffällige Werte haben drei relativ neue Babies aus der FrauenMännersektion: BEEF! ist neben Gala Men und Business Punk Frischfleisch in der Magazinwelt von Gruner+Jahr.

Neben redaktioneller Ein- und zielgruppenspezifischer Ausgrenzung, soll Humor dem hippen Leser ins dreitagebärtige Gesicht lachen, wie sein Spiegelbild nach dem täglichen Kaviarpeeling. Klappt leider nicht ganz. Beweis hierfür ist das fade BEEF!-Interview mit dem Chefredakteur Jan Spielhagen. Ein Blick ins Magazin, das mit 9,80 Euro entsprechend arrogant fern ab von Lisa und Brigitte aufwuchert, lässt zögernde Neugier schnell und resolut einsinken.

Klar huschen gegen Magazinmitte und nach abgehackten Fischköpfen auch unbekleidete Frauenkörper kontextlos durch fleischlastige Rezeptideen. Den Tiefpunkt der Humorfreiheit bildet die letzte Seite mit der ausladenden Rubrik “So kochen Frauen. So Männer.” Der Freitag hat sich hierüber lecker ausgelassen und in der taz lest ihr, wie bei Gala Men die Untenrumthematik redaktionell bearbeitet wird.

Mein Mitleid gilt also dem “neuen Mann”, der vermutlich mehr aus finanzieller Ratlosigkeit heraufbeschworen wird, als dass ihm endlich der Lesestoff zukommt, auf den er ungeduldig warten musste. Wir sehen, die Krise greift Budget und Birne gleichermaßen an.

Genug davon, jetzt gibt’s was auf die Augen:http://www.veoh.com/videos/v14246195QMw8KKWk

Zum Schluss noch ein etwas abseitiger Satz von Pythagoras:

Es gibt ein gutes Prinzip, das die Ordnung, das Licht und den Mann geschaffen hat, und ein böses Prinzip, das das Chaos, die Finsternis und die Frau geschaffen hat.

Moustachismus

Zeit für organische Gesichtsschmeichler.Viele Menschen kennen es: Sie schauen in den Spiegel und fühlen sich irgendwie unvollkommen. Meist liegt das an der Nacktheit rund um den Labialbereich.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung leidet unter akuter Bartlosigkeit. Grund genug, sich diesem testosteronträchtigen Thema semiseriös zu widmen. Hier werden einige vielversprechende Utensilien und Hintergrundinformationen rund um das haarige Stück Lebensfreude vorgestellt, also Mund zu und Augen auf und Humorhose an!

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Wer nach diesem großartigen Einstieg, unbedingt auch Flusen unter die Nase will-  hier gibt’s was für den kleinen Geldbeutel und den großen Bastler. Bei freemoustache.com kann man gleich vierfacher Bartlust fröhnen. Der Klassiker- ausdrucken, ausschneiden und wohlfühlen:

Bei etsy.com findet sich auch so einiges zum haarigen Thema. Von Kissen, über Tassen bis hin zu Schmuck und Klamotten, es sprießt scheinbar aus allen Poren:

gesehen bei UIEgeek

Organische Bescheuertheit muss belohnt werden, Daumen hoch für folgende Pfotenwärmer:

gesehen bei sifuesignstudio

Und etwas weiter bauchnabelabwärts:

gesehen bei Undies

Aber auch für anatomisch besserbestückte findet sich passendes, wie diese exquisite Bartwichse:

gesehen bei MansFaceStuff

Genug davon. Definitiv ist der Moustache in den letzten Jahren Muse von allerlei Nutz-und Spaßartikelproduzenten geworden. Wer sich hier ausklinken will, kann sich bei sounds like me Verstärkung holen.

Horchen wir weiter in das Land des Schnurrbarts:

“Isch bin ein Orgasme von Konsert und mach dir dein Ueft bewege”

Bei solch einer Aussage, steigt die Erwartung natürlich enorm. Hier kommen also die Franzosen von Mini Moustache mit eingängigem Discozeug. Zugegeben, das Video der Kerls sieht stark nach hausgemacht aus:

http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=43615798

Wem das jetzt zu hormonhaltig wird, kann sich mal hierüber Gedanken machen: Einer Studie zufolge, die eine Psychologiestudentin 2004 an er Uni Kiel erhob, werden angeblich bärtige Menschen als sympathischer, gebildeter und attraktiver eingestuft, als ihre bartlosen Mitmenschen. Mehr zum potenziellen Karriereschub durch Rasierentzug, gibt’s beim Manager Magazin.

Sind Bärte eigentlich autotroph? Hier noch ein gelungenes Stück Filmkunst, zauberhaft:

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Manchmal kann man sich eine Person nicht ohne ihren Bart vorstellen, so beispielsweise bei den Mädels von ZZ Top. Versucht es mal!

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Nach so viel Männlichkeit, werfen wir zum Schluss noch einen verstohlenen Blick in die Gegenrichtung. Hirsutismus nennt sich das haarige Phänomen bei Frauen.

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Don’t panic, it’s organic!

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Green Porno

Ab geht’s mit animalisch heißem Filmstoff, noch mehr Pappmaché und den akut-organischen Aufklärungsfilmchen von und mit Isabella Rossellini!Green Porno (c) Jody Shapiro 2009, courtesy Schirmer/Mosel Verlag

Warum nicht auf Pornofeldforschung im eigenen Vorgarten gehen, um mehr oder weniger Fleischliches unterhaltsam und gleichzeitig wissenschaftlich- korrekt darzustellen? Mit ihrem Regiedebüt zeigt Tochter von Ingrid Bergmann, Ex-Frau von Martin Scorsese und Muse von David Lynch, dass es funktioniert. Und zwar mit einer ordentlichen Portion Humor, einer Menge Papier und natürlich haufenweise organischer Kreativität. Achtung, es folgt Schneckensex:

Angeregt? Hier kommt Nachschub von der Spinnenfront:

Nicht zu vergessen, die Hermaphroditen, sehr anschaulich:

Auf der Berlinale von 2008 erstmals öffentlich zu sehen, gibt es jetzt schon die dritte Staffel von Green Porno, mittlerweile wird die grüne Seite stärker fokussiert. Vorher ergründet Isabella aber noch das Sexualverhalten von Meeresbewohnern. Hier ein Einblick in die asexuelle Fortpflanzung von Seesternen, man beachte das schelmische Grinsen:

Wer Lust auf Hintergrundiges und die dritte Staffel der einminütigen Dokuquickies bekommen hat, klicke sachte auf den Sundance Channel.

Abschied vom Toy-Boy

Der Genderknarz um unglückliche Frauen bebt noch nach, da kommt schon der nächste, grobkörnige Brocken aus der SZ, angenehmes Verdauen:

Hugh-Hefner-Playboy-girls
Junge Partnerinnen verlängern das Leben, heißt es durchaus ermutigend. Dort wird propagiert, dass das Prinzip Runzel und Pfirsich bei Männern die Lebenserwartung positiv beeinflusst: “Männer, die zwischen sieben und neun Jahre älter sind als ihre Partnerinnen, haben demnach ein um elf Prozent geringeres Sterberisiko als Männer mit Partnerinnen in etwa dem gleichen Alter.” Die Konstellation soll aber auf Frauen umgekehrte Wirkung haben, denn diese leben Laut Studie mit Toy-Boy wesentlich kürzer und am längsten mit maskulinen Peer-Group Subjekten, “sind die Männer älter als sie selbst, steigt für die Damen das Sterberisiko.” Die Frage nach der Gleichgeschlechtlichkeit wird hierbei außer Acht gelassen und erwähnenswert ist die Begrenzung auf “Daten von etwa zwei Millionen verheirateten Menschen aus Dänemark, die älter als 50 Jahre waren.”

So, was bedeutet das nun konkret? Wenn ich gütig bin, geh ich folglich in den Seniorenstift auf  Männerschau und schenke Prostata-Paule paar Prozentpunkte Lebenszeit? Oder anders: Müssen Frauen, die in gleichaltriger Liaison leben nun ein schlechtes Gewissen haben? Sollte sich Madonna aus organischen Gründen von Jesus trennen? Müssen wir uns jetzt Sorgen um Barack Obama machen, weil Michelle nur drei Jahre jünger ist? Folgt nun die Brautschau in der Grundschule? Und, viel wichtiger: Was passiert mit der Lebenszeit? Wartet sie im Land der verlorenen Singlesocken?