Kategorie: Filmfreak

MAMMAS – Isabella Rossellinis Kurzfilmreihe

Parrallel zur Premiere auf der 63. Berlinale zeigt arte+7 Isabella Rossellinis knackige Kurzfilmreihe MAMMAS.MAMMAS Nach dem großen Erfolg ihrer tierischen Fortpflanzungsfilmchen Green Porno, widmet sich die jüngst mit der Berlinale Kamera ausgezeichnete Rossellini dem Thema Mutterschaft. In einer Episode erkundet sie mit gewohnter Selbstironie den Kannibalismus bei der Spinne “Diaea ergandros”, die sich für ihre Kinder aufopfert und zu Brei wird. Voilà der Trailer:

MAMMAS via arte+7

Wie mütterlich Buntbarsch, Hamster oder Surinam-Kröte sind, erfährt man hier.

Mit Duchamp in der Sauna

Carlos Reygadas neuster Film POST TENEBRAS LUX (2012) bespielte im Rahmen des 7. Around the World in 14 Films das Berliner Babylon. Der mexikanische Regisseur, der für seine mystischen Filme bekannt ist, wurde auf dem Festival de Cannes 2012 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet und erntete nicht nur Applaus: Viele Journalisten und Filmschaffende waren von der Entscheidung der Jury überrascht. Denn der Film entzieht sich den gewohnten Codes und will nicht um jeden Preis gefallen.

Carlos Reygadas, POST TENEBRAS LUX © No Dream Cinema

Während Reygadas mit dem visuell beeindruckenden Drama STELLET LICHT (2007), das von einer mennonitischen Enklave im Norden Mexikos handelt, noch geschlossene narrative Strukturen bediente, bewegt er sich mit POST TENEBRAS LUX hin zu einer Art intuitivem Auteur-Kino: Vergangenheit, Fiktion und mögliche Zukunft bilden eine merkwürdige Einheit, die viele Leerstellen lässt. So ist es jedem selbst überlassen, sich in Reygadas’ autobiografisch angelegtem Film zu orientieren. Doch auf das lose, nicht-lineare Filmerlebnis muss man sich auch einlassen wollen.

Episodisch beobachtet der Regisseur in POST TENEBRAS LUX die Vielfalt der mexikanischen Gesellschaft, während er zugleich am Mikrokosmos einer wohlhabenden Familie haften bleibt. Diese lebt – wie der Regisseur selbst – auf dem mexikanischen Land. Auch die eigenen Kinder hat Reygadas den Filmeltern Juan (Adolfo Jimenez Castro) und Natalia (Nathalia Acevedo) an die Hand gegeben.

via mantarraya films

Wie also kann man einen Film beschreiben, der sich einer gewöhnlichen Zusammenfassung entzieht? Vielleicht, indem man einige Szenen näher beleuchtet und versucht, die filmische Stimmung spürbar werden zu lassen. Die komplette Kritik zum Film gibt es auf fragmentfilm.de

MODERNE ZEITEN • Kurzfilmabend an der Volksbühne

Am 9. Januar 2013 veranstalten Simone Catharina Gaul, Jan Koslowski und ich einen Filmabend an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Im Rahmen der Filmbühne werden wir dort zehn besonders gelungene Kurzfilme von jungen FilmemacherInnen zum Thema MODERNE ZEITEN zeigen:

Digital, maschinell, virtuell. Kalt und blutleer – aber dafür treibhauseffektmäßig klimaerwärmt. Fortgeschritten, heimatverbunden, weltgewandt und ultra lokal. Oder einfach, absurd, amüsant? Moderne Zeiten zeigt eine Auswahl von Arbeiten deutscher Filmstudenten und ihren Blick auf unser Hier und Jetzt. Moderne Zeiten sind Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme. Formal wie inhaltlich ganz unterschiedliche Arbeiten, die beobachten, analysieren und interpretieren – und fragen: Was ist heute noch modern? Was ist innovativ? Was wollen wir erzählen?

image

Der Einlass ist ab 19 Uhr, die Filmvorführung startet um 20 Uhr und im Anschluss dürfen sich Filmbegeisterte von Phonatik mit Musik beschallen lassen.

Weitere Informationen zum Programm gibt es hier.

Dumb Ways to Die

Wir sind Umgeben von stupiden Möglichkeiten, die eigene Lebensdauer gezielt zu verringern. Um für Aufklärung zu sorgen, hat die australische Metro nun ein schwarzhumoriges Lehrfilmchen mit niedlichen Todeskandidaten ins Netz gestellt. Ihr Tipp: “Don’t do any of these OK? Especially the train ones.” Auf ähnliche Genialitäten von der BVG oder der Bahn zu warten, kann auch tödlich enden. Also Mund zu und Augen auf:

YouTube Preview Image
youtbube direktdumbways2die via Fantasy Filmfest

Mehr von den putzigen GIFs findet man auf diesem tumblr und den Song kann man sich hier zu Ohren führen.

via

Lady trashes bar in Las Palmas (online)

Es ist mal wieder Kurzfilmzeit. Wer in Berlin lebt, darf sich seit einigen Tagen mit dem Programm des 28. Internationalen Kurzfilmfestivals Berlin auseinandersetzen. Alle anderen dürfen sich nun diesem Liebling des kurzen Lichtspiels zuwenden.Las-Palmas ©Johannes Nyholm

Im letzten Jahr faszinierte Johannes Nyholm (@johannesnyholm) mit LADY TRASHES BAR IN LAS PALMAS, einem gewitzten Kurzfilm, in dem ein feistes Baby eine Bar in Las Palmas kurz und klein hackt. Nun dürfen wir unsere Filmorgane mit den gesamten 13 Minuten erfreuen. Also Mund zu und Augen auf für den Trailer:

YouTube Preview Image

Youtube Direkt Baby

Weitere Information zu Film und Macher gibt es hier. Den vollen Film findet ihr (gegen einen kleinen Betrag) auf folgender Seite: http://de.laspalmasmovie.com.

Undone – Animationsfilm von Hayley Morris

Hayley Morris hat einen leisen, herben, schönen Stop-Motion Kurzfilm über die Krankheit Alzheimer gemacht.Sketch by Hayley Morris, Undone

A drifting man struggles to pull objects from the roiling sea below him and scrambles to keep the objects from slipping through his fingers. A stop-motion animation using textured and tactile materials, as well as personal imagery, that represents the progression of Alzheimer’s disease. Inspired by my grandfather. (Hayley Morris)

Undone by Hayley Morris via brain pickings

Mehr zu Film und Macherin findet ihr unter hayleymorris.net.

Bill Wearing Socks – Tribut an Bill Murray

Wir wissen es alle, aber lasst es uns noch einmal feststellen: Bill Murray ist großartig.

Wer ihm schonmal am Flughafen begeget ist, weiß, dass der gute Mann auch vom stilsicheren Reisen versteht: Auf dem Weg nach Cannes saßen wir zufällig in der selben Maschine und Bill wartete bei der Gepäckausgabe mit den übrigen Passagieren in buntkarierter Montur und mit einem lässigen Lächeln auf seinen übergroßen Koffer. Kurz darauf ging er langsam auf ein Schild zu, das aus der Menge ragte und auf dem “Bill Murray” stand, herrlich.

Zu Recht wollte sich also der Designer und Illustrator Niege Borges bei Bill Murray für dessen großartige Existenz bedanken und hat ihm– ohne viele Worte zu verlieren – einfach ein schönes Video gebastelt. Der Papierbill wird je nach Film kostümiert und mit passendem Soundtrack unterlegt. Genug der Worte, voilà:

Bill Wearing Socks von Niege Borges via Nerdcore

Wer will, kann sich Bill Wearing Socks auch in Posterform nach Hause holen:Bill wearing Socks by Niege Borges

via society6