Kategorie: Festivalbericht

Cannes 2012: Amour von Michael Haneke

Das 65. Festival de Cannes ist zu Ende und somit auch eine Zeit, die mit stundenlangem Schlangestehen, Schlafmangel und enormer Begeisterung angereichert war.

Wir begegneten Menschen, die an den abgesperrten Zonen des roten Teppichs mit Kameras bewaffnet ihren Stars auflauerten oder in Abendgarderobe vor den Eingängen des Grand Théatre Lumière nach Einladungskarten bettelten. Wir sprachen mit Filmemachern, Journalisten, Produzenten und Einheimischen, um dem Festival und seiner Organisation auf die Spur zu kommen. Und natürlich haben wir viele Filme gesehen – einige davon haben uns berührt, andere enttäuscht, manche zum Lachen gebracht oder fasziniert.

Diese Filme sollen euch nicht vorenthalten werden. Den Auftakt macht der Preisträgerfilm der Goldenen Palme: AMOUR (LIEBE) von Michael Haneke.

© 2012 - Les Films du LosangeDamit hat sich die Jury für einen Film entschieden, den man lieber nicht an einem trüben Tag im November ansehen sollte. Der Regisseur gewann bereits vor drei Jahren die Goldene Palme für DAS WEISSE BAND. Sein diesjähriger Wettbewerbsbeitrag beginnt mit einer Sequenz, die das Ende vorweg nimmt: Ein Polizeitrupp bricht in eine Pariser Wohnung ein und findet die von vertrockneten Blüten umringte Leiche einer Frau auf dem Schlafzimmerbett liegen.

Dann wird uns das Ehepaar Georges und Anne (Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva) im Publikum eines klassischen Musikkonzerts gezeigt. Die beiden pensionierten Musiklehrer kehren in ihre Pariser Altbauwohnung zurück, man sieht wie liebevoll und neckisch sie noch immer zueinander sind.

Der nächste Morgen markiert den Beginn einer Abwärtsspirale. Am Frühstückstisch hat Anne einen Anfall. Bald darauf wird sie mit einer halbseitigen Lähmung im Rollstuhl sitzen. Bevor sich ihre Situation verschlechtert, nimmt sie ihrem Mann das Versprechen ab, sie niemals in ein Krankenhaus zu bringen – alles was passiert, soll in den eigenen vier Wänden geschehen. Und so ist es dann auch bis zum bitteren Ende. Haneke hat mit AMOUR mal wieder ein grandioses Ensemble zusammengebracht: Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant tragen ihre Rollen wie eine zweite Haut und Isabel Huppert brilliert souverän in der Nebenrolle als echauffierte Tochter.

Auch wenn dieser Film realistischer wirkt als die dezidierte Kindergeschichte DAS WEISSE BAND oder andere Filme aus Hanekes Œvre, so lässt es sich der Regisseur nicht nehmen, mit surrealen Elementen zu spielen, wie sie beispielsweise in einer Traumsequenz auftauchen. Inhaltlich erinnert der Film an den Vorjahresgewinner der Sektion Un Certain Regard HALT AUF FREIER STRECKE von Andreas Dresen, der jedoch von der Struktur und Herangehensweise geerdeter ist als AMOUR. Hanekes gezielter Einsatz von Gewaltmomenten, seine eher kühle Erzählweise und die gewohnte Einbettung in ein gutbürgerliches Milieu entziehen dem Sujet die Unmittelbarkeit, wie man sie bei Andreas Dresen fast körperlich zu spüren bekommt. Der Film involviert den Zuschauer dafür mit seiner unablässigen und zähen Art, dort zu bleiben, wo man eigentlich einen Schnitt erwarten würde. Das für Haneke typische Gefühl von Unbehagen findet in der kammerspielartigen Gestaltung und der Entschlossenheit der Figuren einen hervorragenden Nährboden. Wo Worte ausbleiben, setzen Taten ein. Und die sind von stiller Brutalität geprägt.

Bei der Preisverleihung sagte Michael Haneke, dass zwischen ihm und seiner Frau ebenfalls die Vereinbarung bestehe, wie sie im Film zwischen den Eheleuten getroffen wird. Wir hoffen, dass es so schnell nicht der Fall sein wird.

AMOUR kommt am 20. September 2012 in die deutschen Kinos.

Festival de Cannes 2012 – Die Preisträger

Das 65. Festival de Cannes ist vorüber, die Preise sind vergeben. Bevor wir an die filmkritische Substanz einzelner Festivalperlen gehen, kommt hier die Liste der Preisträger:

Wettbewerb

Palme d’Or/Goldene Palme:

Amour (Love) – Regie: Michael Haneke

Grand Prix/Großer Preis der Jury:

Reality– Regie: Matteo Garrone

Preis für die beste Regie:

Carlos Reygadas für Post Tenebras Lux

Preis für das beste Drehbuch:

Cristian Mungiu für Dupã Dealuri (Beyond The Hills)

Beste Darstellerin (ex aequo):

Cristina Flutur und Cosmina Stratan in Dupã Dealuri (Beyond The Hills) – Regie: Cristian Mungiu

Bester Darsteller:

Mads Mikkelsen in Jagten (The Hunt) – Regie: Thomas Vinterberg

Jury Preis:

The Angel’s Share – Regie: Ken Loach

Palme d’Or – Kurzfilm:

Sessiz-Be Deng (Silent) – Regie: L.Rezan Yesilbas

Un Certain Regard

Un Certain Regard lobende Erwähnung:

Djeca (Children of Sarajevo) – Regie: Aida Begic

Un Certain Regard Preis für die beste Darstellerin:

À Perdre la raison gespielt von Emilie Dequenne

Laurence Anyways gespielt von Suzanne Clément

Un Certain Regard Sonderpreis der Jury:

Le grand soir – Regie: Gustave Kervern, Benoît Delépine

Preis von Un Certain Regard:

Después De Lucia – Regie: Michel Franco

Caméra d’Or/Preis für den besten Debütfilm:

Beasts of the Southern Wild – Regie: Benh Zeitlin

Cinéfondation

1. Preis: The Road to (Doroga na) – Regie: Taisia Igumentseva

2. Preis: Abigail – Regie: Matthew James Reilly

3. Preis: The Hosts (Los Anfitriones) – Regie: Miguel Angel Moulet

Semaine de la Critique

Nespresso Grand Prize der La Semaine de la Critique : Aquí y Allá – Regie: Antonio Méndez Esparza

France 4 Visionary Award: Sofia’s Last Ambulance (Poslednata Lineika na Sofia) – Regie: Ilian Metev

Prix SACD: God’s Neighbors (Les voisons de dieu) – Regie: Meni Yaesh

ACID/CCAS Distribution Support: Los Salvajes – Regie: Alejandro Fadel

Canal+ Short Film Award: Circle Line – Regie: Shin Suwon

Nikon Discovery Award: A Sunday Morning (Un dimanche matin) – Regie: Damien Manivel

Quinzaine des Réalisateurs

Art Cinema Award: No – Regie: Pablo Larrain

Prix SACD: Camille redouble – Regie: Noémie Lvovsky

Label Europa Award: Le repenti (El taaib) – Regie: Merzak Allouache

Illy Preis für den besten Kurzfilm: The Curse – Regie: Fyzal Boulifa

FIPRESCI-Preis

Wettbewerb: Im Nebel (V Tumane) – Regie: Sergei Loznitsa

Un Certain Regard: Beasts of the Southern Wild – Regie: Benh Zeitlin

Nebensektionen: Rengaine (Refrain) – Regie: Rachid Djaïdani

Festival de Cannes 2012 – Vorschau auf den Wettbewerb

Vom 16. bis zum 27. Mai 2012 dürfen sich Filmaficionados aus aller Welt für die 65. Filmfestspiele an der Croisette tummeln.

Seit dem 19. April steht das Programm für die Wettbewerbsfilme fest, wir wagen einen freudigen Blick:

Offizieller Wettbewerb für die Goldene Palme

Moonrise Kingdom – Wes Anderson (Eröffnungsfilm)

De rouille et d’os – Jacques Audiard

Holy Motors – Leos Carax

Cosmopolis – David Cronenberg

The Paper Boy – Lee Daniels

Killing Them Softly – Andrew Dominik

Reality – Matteo Garrone

Amour – Michael Haneke

Lawless – John Hillcoat

Da-Reun na-ra-e-suh – Hong Sangsoo

Do-Nui Mat – Im Sangsoo

Like Someone in Love – Abbas Kiarostami

The Angels’ Share – Ken Loach

Im Nebel – Serguei Loznitsa

Beyond The Hill – Cristian Mungiu

Baad El Mawkeaa – Yousri Nasrallah

Mud – Jeff Nichols

Vous n’avez encore rien vu – Alain Resnais

Post Tenebras Lux – Carlos Reygadas

On the road – Walter Salles

Paradies: Liebe – Ulrich Seidl

Jagten – Thomas Vinterberg

 

Außer Konkurrenz

Thérèse Desqueyroux – Claude Miller (Abschlussfilm)

Io e Te – Bernardo Bertolucci

Madagascar 3, Europe’s most wanted Bons baisers d’Europe – Eric Darnell

Hemingway & Gellhorn – Philip Kaufman

Une journée particulière – Gilles Jacob und Samuel Faure

 

Sondervorführungen

Der Müll im Garten Eden – Fatih Akin

Roman Polanski: A film memoir – Laurent Bouzereau

The Central Park Five – Ken Burns, Sarah Burns und Kevin McMahon

Les invisibles – Sébastien Lifshitz

Journal de France – Raymond Depardon und Claudine Nougaret

A musica segundo Tom Jobim – Nelson Pereira Dos Santos

Villegas – Gonzalo Tobal

Mekong Hotel – Apichatpong Weerasethakul

Dracula 3D – Dario Argento

Ai to makoto – Takashi Miike

 

Un certain regard

Miss Lovely – Ashim Ahluwalia

La Playa – Juan Andrés Arango

Les Chevaux de Dieu – Nabil Ayouch

Trois Mondes – Catherine Corsini

Antiviral – Brandon Cronenberg

7 Dias en La Habana – Benicio Del Toro, Pablo Trapero, Julio Medem, Elia Suleiman, Juan Carlos Tabio, Gaspar Noé und Laurent Cantet

Le Grand soir – Gustave Kervern und Benoît Délépine

Laurence Anyways – Xavier Dolan

Después de Lucia – Michel Franco

Aimer à perdre la raison – Joachim Lafosse

Student – Darezhan Omirbayev

La Pirogue – Moussa Touré

Elephante Blanco – Pablo Trapero

Confession of a child of the century – Sylvie Verheyde

11.25 The Day he Chose his own fate – Koji Wakamatsu

Mystery – Lou Ye

Beasts Of The Southern Wild – Benh Zeitlin

Mehr Infos rund um das Festival de Cannes 2012 gibt es hier.

Schuld und Sühne

Über Matthias Glasners Familiendrama Gnade
Berlinale 2012 – Wettbewerb

Gnade ©Alamode Film_ Foto: Jakub Bejnarowicz 004

Wenn in den nördlichsten Teilen Europas im Winter die Sonne nicht aufgeht und im Sommer nicht untergeht – Winter und Sommer quasi zu einem einzigen Tag und einer einzigen Nacht werden, verlieren die Bezeichnungen ‚Tag‘ und ‚Nacht‘ ihren Wert als Unterscheidungskategorien – sie werden zur Grauzone, zum Zwielicht, zu dem, was dazwischen liegt, weder schwarz, noch weiß ist.

In diese Atmosphäre der Unbestimmtheit inszeniert Matthias Glasner sein Familiendrama Gnade. In dem Film geht es um einen nicht wieder gut zu machenden Fehler und den Umgang mit der Schuld.

Ein junges Ehepaar mit Sohn zieht aus Deutschland in das norwegische Hammerfest. Niels (Jürgen Vogel), Ingenieur in einer Ölraffinerie, wird dorthin versetzt und die Familie beschließt, ihm zu folgen. In der  winterlichen Polarnacht wagt die Familie einen Neuanfang: ‚Wir brauchen eine zweite Chance‘, sagt Marie (Birgit Minichmayr) zu ihrer Freundin, bevor sie geht. Das Paar hat sich offensichtlich nicht mehr viel zu sagen. Niels, der öfter außerhalb arbeitet, hält es wie ein Leichtmatrose: In jedem Hafen wartet eine Braut. Marie hat in Norwegen einen Job im Hospiz gefunden und bemüht sich im örtlichen Chor um Anschluss. Ihr Mann sucht diesen auf seine Art und findet ihn im Bett einer Kollegin.
Eines Nachts, als Marie mit dem Auto auf dem Heimweg von ihrer Schicht im Hospiz ist, fährt sie im Dunklen, durch das überwältigende Naturschauspiel des Polarlichts abgelenkt,  versehentlich etwas oder jemanden an. Geschockt, begeht sie Fahrerflucht, in der Hoffnung, es habe sich bei dem Angefahrenen lediglich um einen herumstreunenden Hund gehandelt. Als Niels noch in der selben Nacht die Strecke abfährt, kann er nichts entdecken. Es scheint nichts weiter passiert zu sein. Aber was wäre wenn?

Das Gefühl, dass sich in dieser Nacht etwas Furchtbares ereignet hat, bleibt. Es wird verstärkt durch den Film-im-Film: Ein heimliches iPhone-Filmprojekt von Markus, dem jugendlichen Sohn der Beiden, der in feinster ‚American-Beauty‘-Manier sein Familienleben dokumentiert.

Als sich herausstellt, dass Marie in der Nacht ein Mädchen aus dem Ort angefahren hat, welches noch am Unfallort seinen Verletzungen erlag, ziehen Schuld und schlechtes Gewissen in das kleine Heim der Familie ein. Marie weiht ihren Mann ein und macht aus ihrem Fehltritt  einen gemeinsamen, eine Familiensache: ‚Ich bin nicht dieser Mensch.‘, sagt sie.
Sie beschließen  zu schweigen und mit dem Makel zu leben. Wenn es sein muss, für immer.

Was dann folgt, ist der Versuch Normalität zu leben – mit der Schuld und ihrer ständigen Aktualisierung durch die unausweichlichen Zusammenkünfte mit den Eltern des verstorbenen Mädchens im Chor, am Unfallort und in der Stadt. Die Zeit vergeht, langsam wird es Frühling, das Eis schmilzt und die Tage werden deutlich länger. Und so, wie der Schnee vor dem Haus langsam dem spärlichen Grün weicht, nähern sich Niels und Marie einander wieder an. Es scheint, ihr Geheimnis habe die Leidenschaft zwischen ihnen neu entfacht. Als Niels seiner Frau die mehrmaligen Seitensprünge gesteht, nimmt sie dies achselzuckend hin: ‚Ich bin ein guter Mensch, ich arbeite im Hospiz, ich helfe Menschen, würdig zu sterben. Ich bin eine gute Ehefrau.‘

Glasner verknüpft die Lage der Eltern lehrstückhaft mit einer Situation, die der Sohn durchlebt: Um mit dem Draufgänger der Klasse befreundet zu sein, der sich vor allem dadurch auszeichnet, dass er Zugang zu Schusswaffen und der neuesten Playstation hat, spuckt er in die Schultasche eines unbeliebten Mitschülers. Als dieser daraufhin die Klasse wechselt und der Lehrer nach den Tätern fragt, meldet Markus sich zunächst nicht, beschließt jedoch hinterher, sich bei seinem Mitschüler persönlich zu entschuldigen.

In dem Film geht es um einen Fehler, einen Moment der Unaufmerksamkeit, der zwei Familien zerstört und gleichzeitig näher zusammen bringt. Matthias Glasner zeigt auf, wie letztendlich jeder auf sein eigenes Glück bedacht ist und wie zerbrechlich dieses ist. Schlussendlich entlarvt er den Menschen als Egoisten, als soziales Wesen zwar, aber als ein auf das eigene Mikrogefüge Familie fixiertes. Die Frage der Schuld, dem Richtigen und dem Falschen wird hier auf mehrere Arten wiederholt gestellt. Was bringt es den Eltern des toten Mädchens, wenn Marie und Niels sich stellen? Die Tochter macht dies nicht mehr lebendig, allein die Information kann nichts reparieren, nichts ändern an dem unwiederbringlichen Verlust. Eigentlich ist das Wissen auch nicht relevant, außer zur persönlichen Entlastung der Täterin und ihres Mitwissers. Zur Entlastung ihres schlechten Gewissens.

Obwohl Glasner eigentlich alles richtig gemacht zu haben scheint, fehlt dem Film etwas Essentielles: Die düstere Stimmung und das Unbehagen mag einfach trotz überwältigender Naturaufnahmen nicht so richtig aufkommen. Die Schauspieler sind gut gewählt: Birgit Minichmayr ist bekannt für ihre Wandelbarkeit und ihr lebendiges Spiel, Jürgen Vogel ist ein Talent in der Verkörperung paradoxer Figuren und brillierte bereits in Glasners Der freie Wille. Leider scheinen die beiden vielleicht ein wenig zu jung, ein wenig zu hip, um wirklich glaubwürdig ein Mittdreißiger-Elternpaar mit Eheproblemen und pubertierendem Sohn darzustellen.
Nordnorwegen mit seinen Polarnächten ist eigentlich der perfekte Ort um eine solche Geschichte zu inszenieren. Nirgendwo sonst lässt sich metaphorisch so eindeutig die Grauzone darstellen, zwischen dem, was moralisch richtig oder moralisch verwerflich ist.
Auch die parabelhaften Szenen mit dem Jungen sind zu plakativ und passen nicht zur scheinbar intendierten Subtilität der Geschichte: Diese will ohne allzu laute Töne zurecht kommen und Tiefgründigkeit dort entstehen lassen, wo sie fehlplatziert ist: Denn, was genau will der Junge eigentlich mit seinem iPhone? Warum muss dieses immer wieder so explizit in Szene gesetzt werden?

Vielleicht liegt es aber auch einfach an dem Schnee, der die Höhen und Tiefen heraus zu nehmen scheint und alles ein wenig taub erscheinen lässt.

GNADE Norwegen/Deutschland 2012, 132 min.
R: Mathias Glasner, B: Kim Fupz Aakeson, K: Jakub Bejnarowicz, S: Heike Gnieda
D: Birgit Minichmayr, Jürgen Vogel, Henry Stange, Ane Dahl Torp
Verleih: Alamode Filmverleih
Kinostart: 18. Oktober 2012

Kritik von Tatiana Braun

Im Osten was Neues

Auf der 62. Berlinale hat Christian Petzold den silbernen Bären für die beste Regie und den Leserpreis der Berliner Morgenpost erhalten. Sein neuer Film BARBARA (2012) läuft seit dem am 8. März in den deutschen Kinos. Von Filmkritik und Publikum wird er gefeiert. Ob und wieso das gerechtfertigt ist, erfahrt ihr hier.

BARBARA  Regie Christian Petzold © Christian SchulzTrailer

Die Ärztin Barbara (Nina Hoss) wird im Sommer 1980 aus der Berliner Charité in ein verschlafenes Provinzkrankenhaus versetzt – eine Antwort der DDR-Regierung auf den von ihr gestellten Ausreiseantrag. Die regelmäßigen Besuche der Stasi erträgt sie, weil sie mit ihrem West-Liebhaber Jörg (Mark Waschke) bereits Pläne für eine Flucht geschmiedet hat. Doch Chefarzt Andre (Ronald Zehrfeld) scheint Barbara, die mit ihrer gegenwärtigen Situation schon abgeschlossen hat, nicht so leicht aufgeben zu wollen. Die beiden teilen die Hingabe zum Beruf und das verbindet sie mehr, als Barbara dachte. Latentes Misstrauen beherrscht die Atmosphäre, verwandelt sich jedoch in Gegenwart der jugendlichen Patienten zu diligenter Hingabe. Ob sie Andre vertrauen kann, bleibt ungewiss. Sicher ist, dass sie an diesem Ort gebraucht wird, während ihr die Zukunft im Westen nur einen Platz am heimischen Herd zu versprechen scheint.

Die DDR wird uns in der mittlerweile fünften Zusammenarbeit von Petzold und Hoss als farbengesättigte und beschauliche Welt abseits von stereotypen Aushänge-Lokalitäten gezeigt. Petzold beleuchtet seine Provinz dafür mit akribischer Präzision und auf 35 mm: Man könnte in BARBARA wohl jedem Filmstill Perfektion attestieren. Die auf das Minimum reduzierten Dialoge wirken dennoch nicht starr, sondern lassen Esprit und Witz erkennen.

Vielleicht achtet man in den Filmen von Christian Petzold aufmerksamer als in anderen auf die Haltung der Schauspieler, ihre Kleidung, ihren Gang. Nina Hoss tänzelt gekonnt auf der feinen Grenze zwischen An- und Entspannung. Hier wirkt sie noch zurückgenommener als in Jerichow oder Yella. In ausgenommen wenigen Momenten wird uns Barbaras Lächeln zuteil, das von Leidenschaft zeugt und für bessere Tage rationiert zu sein scheint.

Ronald Zehrfeld, der in Dominik Grafs Serie IM ANGESICHT DES VERBRECHENS einen draufgängerischen Polizisten mimte, gelingt der etwas holprige Sprung zum geduldigen, sanftmütigen und nicht ganz durchschaubaren Gutmenschen. Beide Schauspieler haben eine starke physische Präsenz und treffen in sehr zurückgenommenen Rollen aufeinander: Es funktioniert– auch wenn man sich Zehrfeld in einer etwas kantigeren Rolle besser vorstellen könnte. Dafür gibt es vielleicht bald eine Gelegenheit: Im nächstem Film will der Regisseur erneut mit Zehrfeld zusammenarbeiten.

Wie in den Vorgängerfilmen kommt auch in BARBARA Petzolds filmsprachliches Inventar zum Einsatz: Aufenthalte in Hotelzimmern, Dreiecks-Konstellationen, Autofahrten, in denen die Protagonisten die Grenzen und Knotenpunkte ihrer Beziehungen ausloten und Geld, das in Päckchen-, Bündel- oder Röllchenform seinem Besitzer potenzielle Rettung verheißt oder ihn in die moralische Bredouille (JERICHOW, YELLA, GESPENSTER etc.) zwingt.

Und vielleicht wirkt der Film gerade für Kinogänger, die Petzolds vorherige Filme nicht kennen, visuell überraschender als für solche, die in seinen filmischen Welten heimisch sind. Während er in Gespenster oder Yella noch die Grenzen ins Surreale abtastete, behält er in BARBARA “Bodenhaftung”. Das Irrationale, das Phantomhafte ist hier nur noch am Rande erkennbar.

Mit BARBARA hat Christian Petzold Mut bewiesen, weil er uns neue Bilder statt verbrauchten anbietet. Stilistisch ist der Film eine Wohltat. Trotz der historischen Verortung, wirkt er aufgrund seiner atmosphärischen Dichte und den feinsinnigen Schauspielern fast gegenwärtig.

Auf einer anderen Ebene wirkt der Film aber konventioneller und geschlossener als man es von Petzold gewohnt ist: Als Liebesfilm mit Happy-End.

BARBARA
Land: Deutschland; Jahr: 2012; Länge: 105 Min.; Regie/Drehbuch: Christian Petzold
Kamera: Hans Fromm; Schnitt: Bettina Böhler; Musik: Stefan Will; Darsteller: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Mark Waschke, Rainer Bock, Jasna Fritzi Bauer

Verleih: Piffl Medien
Kinostart: 08.03.2012

Schafe zählen

Die 62. Internationalen Filmfestspiele von Berlin sind auf ihrem Höhepunkt angelangt. Abseits des Wettbewerbs lohnt es sich, auch in den Nebensektionen nach filmischen Schmuckstücken zu suchen. Gastbloggerin Franziska Hessberger berichtet über den Film Hiver Nomade (2012) aus der Sektion Forum.

Hiver Nomade
Hiver Nomade

Panoramablick auf eine schneebedeckte Wiese im Morgengrauen: 800 Schafe stehen dichtgedrängt aneinander. Neben ihnen bewegt sich eine große Felldecke. Darunter liegen Pascal und Carole, die Hirten. Der Dokumentarfilm Hiver Nomade von Manuel von Stürler dokumentiert Freiheit und Leidenschaft auf eine ganz besondere Art: Schlafen, Kochen, Leben unter freiem Himmel, bei jedem Wetter zu Fuß unterwegs sein, die Tiere so gut kennen, dass jedes Geräusch, jede Bewegung vertraut ist.

Ein vergessener Beruf

Die Qualität des Grases bestimmt ihren Weg. Mit den Hirten und den Schafen wandert der Zuschauer durch die verschneite Schweiz. Es ist ein Weg der Gegensätze: Ruhepausen in der Mittagssonne, sternenklare Nächte und prasselnde Feuer. Aber auch Dauerregen, extrem harte Arbeit, keine Privatsphäre. Die idyllische Natur ist immer wieder durchzogen von Schnellstraßen und Neubausiedlungen. Freunde der Schäfer, die sie beherbergen, wechseln sich ab mit wütenden Bauern, die den Hirten den Weg versperren, und Passanten, die verträumt die Schafe betrachten.

Neben den Mahlzeiten am Feuer wird der Besuch im Supermarkt zur absurden Situation. Ebenso wie die Geschäftsinteressen des Züchters neben der Hingabe der Schäfer zu ihrer Arbeit. Das bindende Element zwischen diesen Gegensätzen ist die Situationskomik. Die Momente, in denen die Tiere menschliche Züge zeigen.

Die Bilder erzählen die Geschichte

Stilistisch ist Hiver Nomade sehr klar und stringent mit langen Einstellungen und großen Panorama-Bildern. Es fällt auf, das von Stürler Berufsmusiker ist, denn der Ton spielt in dem eher leisen Film eine besondere Rolle. Das Knacken der Hölzer, fallende Regentropfen, das Schnauben der Tiere, all das lenkt die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf Details. Während die sparsam eingesetzte Musik unter den Landschaftsaufnahmen dem Film eine schwebende Atmosphäre verleiht.

Die Kamera ist immer dabei, aber mischt sich nie ein. Es gibt keine Interviews, keinen Kommentar. Alles, was wir erfahren, erfahren wir aus den Gesprächen der beiden Schäfer. Belangloses, Diskussionen und Schweigen beschreiben die Beziehung zwischen dem alten Hirten und der jungen Frau, die sich erst seit Kurzen zu diesem Leben berufen fühlt. Diese interessante Beziehung wird allerdings zu wenig beleuchtet, und viele Fragen über die Beweggründe der beiden Protagonisten bleiben offen.

Hiver Nomade ist ein Film, der die Sehnsucht nährt, auszusteigen, auch wenn ein solcher Ausstieg kaum noch zu verwirklichen ist.

Dieser Artikel stammt von Franziska Hessberger und wurde erstmals auf critic.de veröffentlicht.

Festival der verlorenen Kinder (2)

Weiter geht es mit dem zweiten Teil der Nachlese vom 29. Filmfest München.

Den Namen John Cameron Mitchell verbinden viele –wenn überhaupt– mit einem bestimmten Film: Short Bus (2006), einer gewitzten Komödie mit soft-pornografischen Anleihen und hörenswertem Soundtrack. Bereits dort bewies der Regisseur, dass ein Film, der gern in die Horizontale kippt, angereichert mit Humor, Dreistigkeit und ein wenig Melancholie für amüsante und pikante Momente sorgen kann.

Rabbit Hole (2010)Mit Rabbit Hole traut er sich nun in die weniger freudigen Zwischenräume von Beziehungen. In dem Festivalfilm geht es um das Ehepaar Becca (Nicole Kidman) und Howie (Aaron Eckhart, bekannt aus The Dark Knight), das versucht, über den Tod des eigenen Kindes hinwegzukommen. Ihr Sohn Danny, so erfährt man, ist acht Monate zuvor hinter dem ausgebüchsten Familienhund her und auf die Straße gelaufen, wo er von einem benachbarten High-School Schüler überfahren wurde. Das Haus bleibt voller Erinnerungen. Wie werden Becca und Howie mit der Trauer fertig? Ziehen sie sich zurück oder teilen sie sich einander mit? Nehmen sie Hilfe von außen an? Und, viel wichtiger: Kann nach einer solchen Zäsur ein gemeinsames Leben noch funktionieren?

Eine Gruppentherapie scheint als Möglichkeit für die beiden bereits zum scheitern verurteilt. Zuflucht im Glauben kommt für Becca nicht in Frage und selbst ihre Mutter (großartig: Dianne Wiest) kann mit den ewigen Vergleichen (auch sie hat einen Sohn verloren, allerdings an eine Überdosis Drogen) eher Ärger anstelle von Trost spenden. Nun ist Beccas jüngere Schwester zudem schwanger, was für zusätzliches Gefühlschaos sorgt. Während Howie sich an das eingefangene Lachen seines Sohnes auf dem iPhone klammert, sucht Becca den Kontakt zu Jason (Miles Teller), dem Jugendlichen, der ihren Sohn umgefahren hat. Dieser zeigt ihr eines Tages ein Comic: Rabbit Hole. Es handelt von schwarzen Löchern und Paralleluniversen. Vielleicht also gibt es, so Becca, irgendwo eine glückliche Version ihrer selbst, zu einer anderen Zeit in einem anderen Universum. Nun klingt diese Story ziemlich traurig und das ist sie auch. Doch Cameron Mitchell schafft es, kitschfrei und einfühlsam zugleich, Schmerz und Trauer unverhofft mit Momenten lauten Auflachens zu mischen. Und das ist sicherlich ein Zeichen von Reife und Können. Wenn Nicole Kidman von Botox-Eingriffen abgelassen hätte, könnte man in ihrer Mimik mehr als einen Funken von dem erkennen, was sie eigentlich leisten könnte.

Rabbit Hole (2010) basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von David Lindsay-Abaire, den Trailer findet ihr hier.

Corman's World (2011)Kommen wir nun zu einem gar nicht mal so verlorenen Kind: Roger Corman. Mag sein, dass man ihn als verlorenes Kind Hollywoods bezeichnen kann – Alex Stepletons Dokumentarfilm Corman’s World-Exploits of a Hollywood Rebel (2011) beweist eigentlich das genaue Gegenteil. So manch einer seiner Filme wurde mit Mini-Budget und in einem Zeitraum von zwei Tagen abgedreht. Von vielen verlacht von einigen belächelt und mit dem B für B-Movies beklebt, kann man in Cormans World das Werk und Schaffen eines der beeindruckendsten Independent-Filmemacher verfolgen. Der kurzweilige Film gibt nicht nur Einblicke in Cormans filmische Umwelt, sondern auch in seine politische, die in den 60ern und 70ern besonders stark brodelte.

Auch die weniger schmackhaften Seiten der Filmwelt werden nicht ausgelassen. So erfährt man, dass Corman, als er es wagte 1962 mit seinem Film The Intruder klar Stellung gegen Rassismus und Segregation zu beziehen, prompt von der reaktionären Filmwirtschaft gerügt und wieder zurück in die Trash-Nische gedrängt wurde. Der Meister des Low-Budget wird von Stapleton und einigen aussagekräftigen Talking Heads wie David Carradine, Peter Bogdanovich und einem zuweilen sogar rührseligen Jack Nicholson facetten- und anekdotenreich portraitiert. Dass Trash und Arthausfilm durchaus eine Freundschaft eingehen können, bewies Corman als einer der ersten, die in den USA die Distribution von Bergmann und Fellini in die Wege leiteten.

Von den trashigen Anfängen bis zur nicht minder trashigen Gegenwart zieht uns Alex Stepleton mit in die Welt eines Filmemachers, durch dessen Schule Martin Scorsese, Robert De Niro, Francis Ford Coppola, Ron Howard und viele weitere gegangen sind. In dieser Schule lernten sie, wie mit wenig Geld, Zeit und meistens ohne Drehgenehmigung inspirierende Ikonen wie beispielsweise Attack of the Crab Monsters (1957) oder Man with the X-Ray Eyes (1963) entstehen konnten. Erst 2010 wurde Roger Corman mit dem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet und somit an die stiefmütterliche Brust von Mutter Hollywood zurückgeholt. Für den Trailer bitte hier entlang.

Arirang (2011)Als ein weiteres enfant perdu könnte man Kim Ki-Duk bezeichnen. Nach einer schweren Depression und drei Jahren Regieabstinenz kehrt der einst enorm gefeierte, südkoreanische Vorzeigefilmer mit Arirang (2011) – einem schonungslosen Selbstportrait – zurück auf die große Leinwand. Zurückgezogen in einem Zelt, das sich in einer Hütte auf einem Berg befindet, lebt er in völliger Abgeschiedenheit von der Außenwelt. Ausschlaggebend für seinen Rückzug war ein einschneidendes Erlebnis am Filmset seines letzten Films Dream (2008),wo eine Selbstmord-Szene für die Hauptdarstellerin beinahe tödlich endete. Die ersten 15 Minuten des Films widmen sich seinem monotonen Tagesaublauf, der aus Aufstehen, Essen und Schlafen besteht. Dann beginnt Kim Ki-Duk zu sprechen und aus der anfänglichen Anamnese wird – im Angesicht der Kamera – eine Form der Therapie. Diese mündet in eine kompromisslose Abrechnung mit der Welt des Films und allen, die an ihr beteiligt sind. Dabei spielt der Filmemacher mit unterschiedlichen Mitteln: Er nimmt verschiedene Perspektiven ein, spielt mit den Genres, interviewt sich selbst oder lässt sich von seinem Schatten beraten. Eindringliche Bilder verweisen auf die Konflikte eine Menschen, der nach 15 Filmen einfach so aufhörte das zu machen, wofür ihn sein Publikum liebte: Filme. Und immer wieder singt Kim Ki-Duk mit einer Larmoyanz, die man ihm irgendwie verzeiht, das koreanische Volkslied Arirang. Den Trailer gibt es hier.

Dieser Beitrag ist auch auf independentfilme.com erschienen.

My Son, My Son what have ye done?+++Cleveland vs. Wall Street

Weiter geht’s mit den letzten Perlen vom Filmfest-München 2010!

MySon10Wenn Werner Herzog seinen neusten Film von David Lynch produzieren lässt, hochkarätige Charakterköpfe castet, und die Story von einem Wahnsinnigen handelt, der seine Mutter mit einem Schwert halbierte, dann klingt das vielversprechend. Wir spähen in den Trailer von My Son, My Son what have ye done? (2009):

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San Diego. Als Detective Hank Havenhurst (Willem Dafoe) und Detective Vargas (Michael Peña) zum Tatort kommen, ist es bereits geschehen. Mrs. McCullum (Twin Peaks- Ikone Grace Zabriskie) liegt leblos in ihrer eigenen Blutlache auf dem Wohnzimmerboden ihrer Nachbarin. Zuvor war ihr Sohn Brad (Michael Shannon) mit seinem antiken Schwert auf eine Tasse Kaffee vorbeigekommen.

Nach der Tat verschanzt er sich mit zwei Geiseln im Haus seiner Mutter. Die Detectives umstellen das Haus und versuchen Brad herauszulocken. Eine Pizzalieferung später gesellen sich Brads dumpfe Verlobte Ingrid (Chloë Sevigny) und sein Schauspiellehrer Lee Meyers (Udo Kier) zu der Truppe. In Rückblenden berichten sie, wie Brads Persönlichkeit sich seit dem Peruaufenthalt vor zwei Jahren radikal verändert hat.

Dort war er mit einer Gruppe von Freunden unterwegs und hatte sich als Einziger gegen eine Rafting-Aktion auf dem Urubamba-Fluss gesträubt- und somit überlebt. Seither wollte er Farouk genannt werden und glaubte, dass Gott ihn in der Form des Oatmeal Quakers und mit der Stimme eines asiatischen Schlagersängers kontaktierte.

Ingrid schildert Brads ödipales Verhältnis zur Mutter, und Lee Myers erinnert sich an einen gemeinsamen Ausflug zur Straußenfarm (Herzogs Geflügel- Aversion kommt hier durch) von Brads Onkel Ted (Brad Dourif). Dort hatte Brad das Schwert zunächst als Requisite besorgt. Dass er in Myers’  Theaterstück den Orestes miemte, der in der greichischen Mythologie ebenfalls die eigene Mutter umbringt und wahnsinnig wird, spricht für sich.

Das Versprechen einer Lynch-Produktion strotzt dem erwartungsfrohen Zuschauer bereits in den Eröffnungscredits entgegen. Das Lyncheske von My Son… zieht sich dann auch durch den gesamten Film, schwingt in der Flamingo-im-Vorgarten-Atmosphäre mit und ist den Szenen besonders präsent, in denen die Figuren zu einem statischen Gemälde einfrieren und uns vielsagende Blicke zuwerfen. Da scheint dann Herzogs Vorliebe für Exotik und Surreales perfekt zu passen. Vielleicht auch zu perfekt.

Einige Fragen werden in den Raum geworfen, andere beantwortet- vieles bleibt im Leeren. Das kann zwar durchaus reizvoll sein, in diesem Falll wirkt es allerdings zu gewollt. Das Ergebnis hinterlässt einen eher mauen Nachgeschmack, sodass die Story sich letztendlich spannender anhört, als sie filmisch umgesetzt wurde. Die ununterbrochene musikalische Beschallung kann hier getrost als nervend bezeichnet werden.

Sehenswerter ist hingegen Jean-Stéphane Brons Cleaveland vs. Wall Street-Mais mit dä Bänkler (2010).

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Der Dokumentarfilm handelt von den Ursachen und Auswirkungen der US-Bankenkrise, dargestellt anhand eines halbfiktiven Gerichtsverfahrens zwischen der Stadt Cleveland und der New Yorker Wall Street:

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Ein Film wie eine Erleuchtung: Diese 105 Minuten machen jeden Menschen schlauer- versprochen. Jetzt fehlt nur noch ein deutscher Verleih. Also Daumen drücken oder warten, bis er irgendwann auf ARTE ausgestrahlt wird!