The Wanderer+++Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives

Das 28. Filmfest beflimmert immer noch fleißig die Isar, und im Internationalen Programm ist die Welt nach wie vor in Aufruhr.

Experimentalfilmer Avishai Sivan präsentiert mit The Wanderer (2010) sein Spielfilmdebüt und zugleich ein befremdliches Coming-Of- Age Drama. Der Trailer ist harmlos:

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In einem Vorort von Tel Aviv begleiten wir den 16-jährigen Yeshiva-Studenten Isaac (Omri Fuhrer) -einizger Sohn einer dysfunktionalen ultraorthodoxen Famile- bei seinen Streifzügen durch die Stadt.

The Wanderer, Avishai Sivan

Mit strengen Bildern, die zugleich statisch und spannend wirken zeigt Sivan einen jungen Mann, der seinem Körper, seiner Umwelt und sich selbst entfremdet ist. Unfähig zur Kommunikation zieht er uns mit in eine beklemmende Enge und Rastlosigkeit, die er gewaltvoll und diffus zu brechen sucht. Zwischendurch werden unmengen an Wasser getrunken und Eier verspeist. [rating=3]

The Wanderer ist mit Sicherheit einer der unbequemsten Filme des Festivals. Bei HEEB kann man sich das Gegenprogramm genehmigen.

Wir verlassen Israel und Blicken Richtung Thailand.

Apichatpong Weerasethakuls Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives (2010) basiert auf einem gleichnamigen Buch und läuft in der Reihe Fokus Fernost.

Boonmee (Thanapat Saisaymar) ist schwer krank. Schwägerin Jen (Jenjira Pongpas) und Neffe Tong (Sakda Kaewbuadee) pflegen ihn auf seiner Farm im Nordosten Thailands. Eines Abends materialisiert sich der Geist seiner toten Frau Huay (Natthakarn Aphaiwonk) vor ihnen, auch der verschollene Sohn Boonsong (Geerasak Kulhong) taucht als “Monkey Ghost” wieder auf.

Vor seinem Tod wandert Boonmee mit seiner Familie durch den Dschungel und in die Geburtsstätte seines ersten Lebens. Hier der Trailer:

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Uncle Boonmee… ist politisch aber auch voller Humor und vor allem eine Hommage an das frühe Thai-Kino, mit dem der Filmemacher aufwuchs und das -wie Boonmee – zu schwinden droht. In der Oszillation zwischen Fiktion und Dokumentation, schafft Apichatpong ein kontemplatives Imaginarium an mystischen Bildern, deren Zauber man sich kaum entziehen kann.

The film focuses on the beliefs in other-worldly elements
that are actually parts of our lives. I am captivated
by the fact that as we age, our childhood has
become more vivid. I think the curiosity (and perhaps
the fear) of ghosts and of other worlds arises when
we are young and when we are dying. (Apichatpong Weerasethakul)

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