Der fantastische Mr. Fox

Endlich wieder Filmfutter vom Meister des schräg-liebevollen Kinos, also Mund zu und Augen auf für Wes Andersons Der fantastische Mr. Fox (2009).
mr-fox-1080

Nach der ewigen Rechtebettelei bei Roald Dahls Witwe, konnte Wes Anderson nun endlich mit Co-Autor Noah Baumbach die Stop-Motion Adaption des gleichnamigen Kinderbuchs in die Kinosäle schleusen. Seit dem 13. Mai nun auch hier zu sehen, Zeit für uns in den Trailer zu schnuppern:

via

Zum Plot: Obwohl Mr. Fox (George Clooney) seiner Frau (Meryl Streep) versprochen hatte, die Pfoten vom Hühnerstehlen zu lassen, ist er nach 12 Jahren und einem Sohn wieder dabei, die familiäre Speisekammer mit stibitztem Federvieh zu füllen. Irgendwie muss das bürgerliche Fuchsleben ja finanziert werden, und seine Zeitungskolummne liest eh kein Schwein.

Der große Coup steht aber noch bevor: Die Fuchsfamilie zieht aus dem unterirdischen Bau in einen villenartigen Baum- mit direktem Blick auf drei Geflügelfabriken. Ein leichtes Spiel für den gerissenen Mr. Fox, wären die drei Fabrikbesitzer nicht ebenso gemein, wie sie dick, klein und mager sind. Hier kommt noch ein Filmfetzen:

via

Mr. Fox bringt also nicht nur die stacheldrahtige Welt der Menschen durcheinander, sondern auch die gesamte Tierwelt in Gefahr. Denn die drei Bauern vom Geflügelfach gieren nach Rache und scheuen weder Geld noch Skrupel.

Aber Wes Anderson wäre nicht er selbst, würde er der Fuchsfamilie nicht seinen gewohnten Touch Exzentrik verleihen. So kämpft der andersgeratene Fuchssohn Ash (Jason Schwartzman), nicht nur um die Anerkennung seines Alphavaters, sondern konkurriert auch mit Cousin Kristofferson (gesprochen von Andersons Bruder Eric), der die Fuchsfamilie durch allgemeine Exzellenz bereichert. Mrs. Fox ist es währenddessen leid, ihren Mann mit dessen Hang zur Gesetzlosigkeit zu teilen.

Zugegeben, trotz des Stop-Motion Charmes wirken die Charaktere manchmal ein wenig flach, auch wenn sich Anderson neben dem gewohnten Ensemble (Owen Wilson als Sportcoach), prominete Sprecher wie Cloney und Streep ins Boot geholt hat.

Dennoch sind die 87 Minuten ein Vergnügen, und nach dem ganzen 3D- Hype, ist dieses Stück Retrofilmkunst allemal sehenswert. Wer anderer Meinung ist, kann sich bei den fünf Filmfreunden Verstärkung holen.

Fazit: Detailverliebtheit und philosophische Knusperchen würzen die formal kindgerechte Story so auf, dass sie auf jeden Fall auch faltigeren Existenzen audiovisuelle Bespaßung bietet. Und allein Willem Dafoes Stimme aus dem Maul einer versoffenen Ratte zu hören, macht den fantastischen Mr. Fox noch um eine Spur fantastischer!

Kommentar verfassen

Sie können die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>